Fremdenfeindlicher Hintergrund wird nicht ausgeschlossen

Mit Molotow-Cocktail: Anschlag auf muslimisches Gemeindezentrum in Bebra

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Verrußt: An der Holzverkleidung des Gebäudes des türkisch-islamischen Kulturvereins sind Spuren des Anschlags zu sehen.

Bebra. Bei einem Brandanschlag auf auf das türkisch-islamische Gemeindezentrum in Bebra ist in der Nacht zum Sonntag ein Schaden in Höhe von 10.000 Euro entstanden.

Unbekannte hatten offenbar einen Molotow-Cocktail gezündet und gegen das mit Holz verkleidete Gebäude geschleudert. Zum Glück ging das Feuer von selbst wieder aus, ohne dass noch größerer Schaden entstand. Menschen wurden nicht verletzt. 

Die Staatsanwaltschaft in Fulda und die Kriminalpolizei in Bad Hersfeld schließen einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus, erklärte Polizeipressesprecher Manfred Knoch. Auch der Staatsschutz in Fulda sei in die Ermittlungen einbezogen worden.

Beim türkisch-islamischen Kulturverein ist man fassungslos über den Anschlag. Vorstandsmitglied Fatih Evren erklärte, dass es guten Kontakt zur Bebraer Bevölkerung gebe und dass sich die muslimische Gemeinde akzeptiert und toleriert fühle in der Stadt. Evren erinnert an das gut angenommenen Kulturfest, das erst vor kurzem gefeiert wurde und von vielen Bebranern besucht worden sei. Allerdings habe es vor wenigen Monaten die Drohung eines einzelnen Mannes gegeben, die Moschee werde nicht mehr lange stehen. Dies sei auch der Polizei gemeldet worden. Das bestätigte auch Knoch. Der Hinweis sei in Bearbeitung. Der Polizeipressesprecher ergänzte, dass man mit dem türkisch-islamischen Kulturverein schon lange sehr gut zusammenarbeite.

Fatih Evren sagte, der Vorstand des Vereins habe inzwischen das türkische Generalkonsulat und die Zentrale des Dachverbandes Ditip in Köln informiert. Nun plane der Verein, das Gebäude rundum mit Kameras überwachen zu lassen.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet auch die Bevölkerung um Mithilfe. Wem in der Nacht zum Sonntag, in der Zeit zwischen Mitternacht und 3.30 Uhr, Verdächtige in der Nähe des Gebäudes aufgefallen sind, sollte sich melden bei der Polizei in Rotenburg unter Telefon 06623/9370 oder in Bad Hersfeld, Telefon 06621/9320, oder bei der Staatsanwaltschaft in Fulda unter Telefon 0661/ 924 2705.

Quelle: HNA

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