Mokka macht schön: Zum zweiten Mal türkisches Kulturfest Kermes

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Gut behütet: Murat Kaval und Nisan Kaval hatten viel Spaß beim der türkischen Kermes am Rathausmarkt. Viele Bebraer kamen, um das Fest gemeinsam zu feiern. Fotos:  Achim Meyer

Bebra. Der türkisch-islamische Kulturverein hat an zwei Tagen am Wochenende auf dem Bebraer Rathausmarkt zu einem Fest geladen, bei dem die Spezialitäten eine große Rolle spielten. Mokka gilt nicht nur als gesund und lecker, sondern soll sogar schön machen, sagen seine Verfechter. 

Jede Frau sollte ihn trinken, findet Fatma Gürbüz, egal ob Türkin oder Deutsche, denn: Der türkische Mokka tue dem Magen gut, der Arzt empfehle ihn, „und er macht schön.“ Mercimek Köftesi, Kisir oder Tulumba hießen die Köstlichkeiten, die die Frauen des Vereins zubereitet hatten. Wem es schmeckte, dem verrieten sie das Rezept. Rote Linsen, Petersilie und Zwiebeln stecken in den vegetarischen Frikadellen, verriet Hatice Sevimli, Vorsitzende der Frauen im Verein. Reis mit Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten kommen in die gerollten Weinblätter.

Die Zutaten für die türkischen Spezialitäten seien mittlerweile gängige Ware in allen Supermärkten, sagte Sevimli. Zu kosten gab es auch eine Spezialität, die sich an Imbissbuden in Deutschland durchgesetzt hat und beliebt bei vielen ist: Lahmacun. Songul Dapgin und Esra Tosun gehörten zu den Frauen, die das Fladenbrot aus Hefeteig mit einer Mischung aus Hackfleisch, Petersilie, Paprika, Pfeffer und Tomaten belegten und auf einer großen Grillplatte buken.

400 Mitglieder im Verein

Kermes heißt das türkische Kulturfest, und die Vereinsmitglieder haben es lange vorbereitet. 1983 wurde der Verein, dem auch muslimische Spanier, Afghanen oder Araber aus Bebra und Umgebung angehören, gegründet. Rund 400 Menschen gehören ihm an. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die türkische Gemeinde Teil von Bebra ist“, sagt der 35-jährige Vorsitzende Fatih Evren. Außerdem will der Verein den Islam anders zeigen, als er oft dargestellt werde. Menschen aus verschiedenen Kulturen könnten in Bebra gut zusammenleben.

Im vergangenen Jahr fand die Kermes in Bebra zum ersten Mal statt, von nun an soll es sie jährlich geben. Zum Programm gehörten neben einer Tombola auch Tanzvorführungen.

Wer es genau wissen wollte, der erfuhr von Fatma Gürbüz auch, dass der türkische Mokka nicht aufkochen, nur schäumen darf, und dass er noch zwei weitere Aufgaben erfüllt: „Besoffene werden gleich wach“, und aus dem Kaffeesatz lässt sich die Zukunft lesen.

Bilder vom Fest

Fest des türkisch-islamischen Kulturvereins in Bebra

Quelle: HNA

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