Die gute Seele des Betriebs

Modehaus Bier ist 65:  Christa Bier war fast seit Anfang dabei

+
Freuen sich auf die lange Rotenburger Einkaufsnacht: Christa Bier (links) und ihre Tochter  Kerstin, die das Modehaus Bier seit 1990 führt.

Rotenburg/Heinebach. Christa Bier ist die gute Seele. Am Freitagabend, wenn die lange Rotenburger Einkaufsnacht beginnt, wird sie die Kunden wieder am Eingang zum Geschäft im Steinweg empfangen, jedem einen Sekt anbieten und mit vielen einen Plausch führen.

Das Modehaus Bier hat eine nunmehr 65-jährige Geschichte. Christa Bier hat sie fast von Anfang an miterlebt.

Mit ihren Eltern war sie 1957 aus Kassel zum Wandern nach Heinebach gekommen. Auf dem anschließenden Fest lernte sie ihren künftigen Ehemann kennen: Jakob Bier. Der hatte schon ein gut gehendes Geschäft für Textilien, Lebensmittel und allerlei mehr an der Nürnberger Straße in Heinebach. Ein Jahr später heirateten beide.

Christa Bier hat „vom ersten Tag an mitgemacht“, sagt sie. „Sonst wär es nichts geworden.“ Jakob Bier schickte seine Frau zum Grundlehrgang Textileinzelhandel nach Nagold, außerdem zu Praktika in den Textilgroß- und Einzelhandel. Danach war sie zuständig für Einkauf, Verkauf, belud mit ihrem Mann das Auto, wenn der über Land zu Kunden fuhr, erledigte die Korrespondenz. „Alles per Hand, ohne Computer.“

„Es ging immer rund“, erinnert sich Christa Bier. Drei Töchter brachte sie zur Welt. Es folgten Anbauten, Umbauten, Geschäftseröffnungen an der Rotenburger Breitenstraße und am Steinweg. „Mein Mann war immer ein Kämpfer“, sagt sie. „Ich habe nie den ersten Schritt gemacht, sondern bin ihm gefolgt.“ 2005 verstarb Jakob Bier im Alter von 81 Jahren.

Bis 1998 arbeitete Christa Bier voll mit. Die heute 79-Jährige hatte immer Freude daran, sich über wechselnde Trends im Modegeschäft auf dem Laufenden zu halten. „Ich kann mich immer begeistern für die neuen Sachen“, sagt sie. Für ihre Tochter Kerstin, die das Geschäft seit 1990 führt, hat Christa Bier nur Lob. „Rat zu holen, das braucht sie heute nicht mehr.“ Über ihre Mutter sagt Kerstin Bier: „Sie sorgt für uns alle. Sie ist die gute Seele.“

Im Jahr 1948 eröffnete Jakob Bier im Wohnzimmer des Elternhauses in Heinebach auf 16 Quadratmetern einen Lebensmittel- und Textilladen. 1955 erfolgte der Neubau eines Geschäftshauses an der Nürnberger Straße. Sogar Betten und Gardinen gab es zu kaufen, und Jakob Bier belieferte Kunden bis Spangenberg und Remsfeld. Mehrmals wurde in Heinebach an- und umgebaut.

1972 übernahm Bier die Firma Walper in Rotenburg an der Breitenstraße und an der Brückengasse. 1982 wurde in der Breitenstaße der Twenty Shop eröffnet. 1985 wurde die Firma Ellrich am Steinweg übernommen, die sich ins Haus der Mode Bier verwandelte. 1990 übernahm Kerstin Bier die Geschäftsführung. 1995 begannen die Sanierungsarbeiten an den Häusern an der Breitenstraße und der Brückengasse. „You&me“ und „Rabe by Bier“ heißen die beiden Geschäfte dort heute. Das Geschäft in Heinebach wurde 2006 neu gestaltet. Rund 80 Auszubildende schlossen über die Jahre ihre Ausbildung erfolgreich ab. (zmy)

Quelle: HNA

Kommentare