Gesetzesänderung spricht Altmetall den Kommunen zu

Mobile Schrottsammler bangen um Existenz

Hersfeld-Rotenburg. Noch gehören die mobilen Schrotthändler im Landkreis zum alltäglichen Bild, bald könnten sie ganz verschwunden sein. Grund dafür ist eine Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, nach der die Kommunen die Hoheit über die Abfälle haben.

„Wenn diese Regelung konsequent umgesetzt wird, ist das für uns ein Berufsverbot“, sagt der Schrotthändler Albert Reinartz. Ihm und vielen seiner Kollegen bleibt dann nichts anderes übrig, als Hartz IV zu beantragen, ist der Bad Hersfelder überzeugt. Seit der Gesetzesänderung müssen Sammlungen beim Regierungspräsidium (RP) Kassel angezeigt werden. Es gelte eine Übergangsfrist von vier Jahren, teilt Jörg Weigel, stellvertretender RP-Sprecher, auf Anfrage mit. Dabei werde auch eine Stellungnahme der Kommunen eingeholt. Wer nachweisen könne, schon früher in der Region Schrott eingesammelt zu haben, bekomme die Erlaubnis erteilt, führt Weigel aus.

Zu 170 Anträgen habe der Abfallwirtschaftszweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV) bisher eine Stellungnahme abgegeben, berichtet Geschäftsführer Georg Körner. Verhindern könne der AZV die Sammlungen nicht, weil die Kommunen dafür einen wirschaftlichen Schaden nachweisen müssten. Ähnlich äußert sich auch Bernhard Skolik, Geschäftsführer des Müllabhol-Zweckverbandes Rotenburg (MZV). Bestehe der Verdacht auf unangemeldete Sammlungen, werde die Polizei eingeschaltet.

Die Novelle tangiert auch den Großhandel: „Wir erhalten bisher den Großteil unseres Altmetalls von den Händlern, sagt Johannes Döring von der Bad Hersfelder Metallgroßhandlung Mäusegeier und Döring. Der Bebraer Schrott- und Metallgroßhandel Hugo bezieht sein Altmetall aus der Industrie oder von privaten Anlieferern. Bei den Kleinsthändlern sei meist nicht klar nachvollziehbar, woher das Material komme, sagt Mitarbeiter Thomas Brandner. Zum Tage Hintergrund, Seite 2

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

Kommentare