Ritterspiele unter neuer Leitung geplant

Aus für Mittelalterfeste auf Burg Herzberg

Der Hessische Ritterbund und das Artefakt werden auf Burg Herzberg keine Ritterspiele mehr ausrichten. Burgherr Jürgen von Dörnberg hofft auf eine Zukunft. Die Dörnberg’sche Stiftung plant die Zusammenarbeit mit einem andern Konsortium an. Fotos: Archiv/nh

Breitenbach. Es ist das vorläufige Aus für Ritterspiele und Mittelalterfeste auf Burg Herzberg. Der Hessische Ritterbund und die Veranstaltungsagentur Das Artefakt ziehen sich mit sofortiger Wirkung aus allen Veranstaltungen auf Burg Herzberg in Breitenbach am Herzberg zurück.

Damit kündigen sie eine 18 Jahre andauernde Zusammenarbeit mit der Dörnberg’schen Stiftung Burg Herzberg auf. Seit geraumer Zeit seien die Organisatoren mit dem relativ hohen Eintrittsgeld unzufrieden gewesen, habe man doch Mittelalter für Familien mit Kindern erlebbar machen wollen. Seit der ersten Veranstaltung sei die Finanzierung immer ein großes, privat getragenes Risiko.

„Weder die Freiherrlich von Dörnberg’sche Stiftung, in deren Eigentum die Burg Herzberg steht, noch die Gemeinde Breitenbach beteiligten sich finanziell an der Veranstaltung, obwohl durch sie für beide Vorteile entstanden“, erklärt Bruno Jung von Das Artefakt. Auch die Suche nach Sponsoren sei in der strukturschwachen Gegend weitgehend erfolglos geblieben. So habe man sämtliche Kosten über den Eintritt decken müssen.

Differenzen um Ausrichtung

„Trotz der vielen unentgeltlichen Arbeit, die letztendlich auch in Form von Instandhaltungs- und Infrastrukturarbeiten zugunsten der Burg Herzberg selbst geleistet wurde, war es vergangenen Sommer zu unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten über Art und Ausgestaltung der Veranstaltungen zwischen der Freiherrlich von Dörnberg’schen Stiftung und den Veranstaltern gekommen“, teilt Jung mit. Dem seit Jahren anhaltenden Zuschauerschwund wollten Das Artefakt und der Hessische Ritterbund demnach mit einem neuen Veranstaltungsformat begegnen, das leider schon nach einem Jahr am Veto der Burgbesitzer gescheitert sei.

„Nun ziehen die beteiligten Personen die Konsequenz, keine Veranstaltungen mehr auf der Burg Herzberg auszurichten. Dies bedeutet das Aus für Ritterspiele, Frühjahrsmarkt, Weihnachtsmarkt und leider auch für das beliebte Schulprogramm und die Kinderwochen“, erklärt der Mann von „Das Artefakt“.

Jürgen von Dörnberg bestätigt den Bruch mit dem Hessischen Ritterbund: „Deren Konzept hat uns einfach nicht mehr gefallen. Sie wollten zum Schluss das Publikum eigentlich nicht mehr dabei haben, sondern sich nur noch auf sich selbst konzentrieren.“

So seien die Gäste mit Handzetteln darum gebeten worden, selbst nicht gewandet zu den Veranstaltungen zu kommen. „Ja, wenn nicht auf unserer Burg, wo sonst sollen sich die Freunde des Mittelalters denn verkleiden? Etwa im Büro? Das kann man doch nicht verlangen“, empört sich von Dörnberg.

Streit um Geld

Den Vorwurf, die von Dörnberg’sche Stiftung habe sich nicht an den Kosten für die Ritter-Veranstaltungen auf Burg Herzberg beteiligt, lässt Jürgen von Dörnberg nicht zu. Vielmehr dreht er den Spies um: „Der Ritterbund hat sich vertraglich verpflichtet, zwanzig Prozent des jährlichen Erlöses an die Stiftung zu überweisen. Wir haben schließlich Strom und Wasser zur Verfügung gestellt. Schon 2012 haben wir von den Ritterspielen keinen Cent mehr gesehen“.

Von Dörnberg weint dem Hessischen Ritterbund und Das Artefakt daher auch keine Träne nach. Und er hofft auf eine Zukunft der Ritterspiele auf Burg Herzberg: „Wir verhandeln bereits mit einem anderen Konsortium. Ich bin guter Dinge, dass wir noch für dieses Jahr Ritterspiele auf der Burg Herzberg unter neuer Leitung hinbekommen werden“. (rey)

Quelle: HNA

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