Mittelalterfest auf der Tannenburg

Knecht und Meister: Philipp Deloggi (rechts) und Lars Einsporn zeigten mittelalterliche Schmiedekunst. Die dafür nötige Esse und den Blasebalg hat Metallbauer Lars Einsporn eigenhändig hergestellt. Fotos:  Achim Meyer

Nentershausen. Bevor sich die Mittelalterdarsteller fotografieren lassen, überprüfen sie noch schnell die Szenerie und verstecken Flaschen und Becher aus Plastik. Das Bild soll so wirken, als sei es vor vielen Hundert Jahren entstanden. Hunderte Mittelalterfans aus ganz Deutschland waren am Wochenende zu Gast beim Mittelalterfest auf der Nentershäuser Tannenburg.

Einer, der viel Wert auf Authentizität legt, ist auch der Schmied, Lars Einsporn aus dem Wetterau-Kreis. Auf dem Platz mit den Marktständen außerhalb der Burgmauern hat er seine Feuerstelle, die Esse, und den Amboss aufgebaut. Er trägt Holzpantoffeln und Kleider aus Leinen und Wolle, die er eigenhändig genäht, und am Gürtel ein Damastmesser, das er eigenhändig geschmiedet hat.

Aus Leder und Holz

Einsporn ist gelernter Metallbauer, Fachrichtung Metallgestalter, und arbeitet als Bauschlosser in einem Betrieb, der Geländer und Zäune herstellt. Das Interesse für seinen Beruf und dessen Ursprünge hat Einsporn in die Mittelalter-Szene geführt. Aus Leder und Holz hat er einen Doppelkammerblasebalg gebaut, der das Feuer gleichmäßig mit frischer Luft versorgt.

Philipp Deloggi, der mit Einsporn angereist ist, bearbeitet ein glühendes Metallteil mit dem Hammer, er schmiedet einen Haken. In der gespielten Mittelalterwelt ist Einsporn der Meister, Deloggi sein Knecht, der für die Arbeit zuständig ist und das Feuer nicht erlöschen lassen darf. Das, erklärt Einsporn, sei das sogenannte Ständeverhältnis, das mit zum Mittelalterspiel gehöre.

Lars Einsporn und sein Knecht hatten Glück: Sie durften in der Burg übernachten. Anders ging es den Mitgliedern der vielen Mittelaltergruppen, die ihre Zelte auf der Wiese unterhalb der Burg aufgeschlagen hatten und wegen des Regenwetters viel Zeit im Zelt verbrachten. Das schlechte Wetter hielt dann am Sonntag, als das Fest für die Öffentlichkeit geöffnet hatte, viele Gäste vom Besuch des Mittelalterspektakels ab, so dass es weitaus weniger Besucher gab als im Vorjahr. (zmy)

Quelle: HNA

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