Schwächelnder Absatzmarkt – Düngerlager sind voll

Mitarbeiter von K+S müssen länger in Urlaub

Philippsthal. Die Lager-Schuppen an den drei Standorten des K+S Werks Werra sind randvoll mit Dünger. Der Absatz schwächelt. Als Ursache dafür gibt Werksleiter Dr. Rainer Gerling an, dass die russische und kanadische K+S-Konkurrenz noch keine Rahmenverträge mit Großabnehmerländern wie China und Indien abgeschlossen hätte.

Diese gelten in der Branche als preisbildend. K+S selbst ist Marktführer in Europa und in Südamerika gut im Geschäft. „Das ist derzeit ein Weltmarktproblem. Letztlich aber kein großes Drama“, erklärt der Werkschef. Durch die bisher ausgebliebenen Vertragsunterschriften geht Gerling davon aus, dass sich der jährliche Gesamtabsatz der K+S Kali GmbH von sieben Millionen Tonnen um etwa 100.000 Tonnen verringern werde. „Wir tragen natürlich mit unseren drei Werken einen Teil zu dieser fehlenden Tonnage bei“, merkt Gerling an.

Aufgrund der vollen Hallen wird die ohnehin anstehende Weihnachtspause an den Werken Hattorf, Wintershall und Unterbreizbach um zwei bis fünf Tage verlängert. Während die Werke in Wintershall und Unterbreizbach bereits am 16. Dezember für dieses Jahr den Abbau einstellen, folgt am 19. Dezember Hattorf. „Die Mitarbeiter nehmen ihren Resturlaub oder belasten ihre Arbeitszeitkonten“, erklärt Dr. Gerling, wie mit dem bevorstehenden Arbeitsausfall umgegangen wird.

Selbst wenn im Januar 2013 in den drei Werra-Werken nicht sofort wieder voll durchgestartet werden könne, befürchtet Gerling keine größeren Schwierigkeiten für seine Betriebe. „Von Kurzarbeit sind wir an der Werra weit entfernt. Zunächst einmal würde für einige dann noch einmal Kurz-Urlaub anstehen“. Mit Beginn der Düngesaison im Frühjahr werde sich auch der Absatzmarkt wieder erholen. Dann sei es natürlich hilfreich, auf volle Lagerhallen zurückgreifen zu können, stellt Dr. Gerling fest.

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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