Verhandlungen um neuen Haustarifvertrag

Mitarbeiter fürchten ums Herz- und Kreislaufzentrum

Taten ihre Forderungen auf Plakaten kund: 80 Mitarbeiter des HKZ Rotenburg nutzten ihre Frühstückspause, um Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen auszuüben. Foto: Janz

Rotenburg. Das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg (HKZ) verhandelt derzeit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen neuen Haustarifvertrag.

Es geht um mehr Geld, aber auch um sichere Arbeitsplätze.

Um die aktuellen Fusionsverhandlungen geht es eigentlich nicht. Doch das Thema hat einen großen Einfluss. Das zeigen auch die Plakate, die 80 Mitarbeiter bei ihrem ersten Protest vor dem HKZ-Eingang am Donnerstag hoch hielten. „Berg- und Talfahrt durch die Presse. Wir haben’s satt und halten nicht die Fr…“ steht da. Und: „Wir werden nicht verstummen! Beim Verkauf sind wir die Dummen!“

Die wechselhaften Nachrichten aus dem Aufsichtsrat, der zunächst das Klinikum Bad Hersfeld kaufen wollte und nun das eigene Haus zum Verkauf anbietet, sind eine große Belastung für die Mitarbeiter, sagt Verdi-Verhandlungsführer Stefan Röhrhoff: „Das sorgt für große Unruhe.“

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage des HKZ habe die Gewerkschaft überlegt, ob sie den bestehenden Haustarifvertrag überhaupt selbst kündigen soll. Die Geschäftsführung kam ihr zuvor, die selbst eine „Neuordnung der Tarifstruktur“ anstrebt, so Geschäftführer Ulrich Hornstein.

75 Stellen wurden im vergangenen Jahr gestrichen, 100 Mitarbeiter aus Küche, Reinigung, Technik sowie Hol- und Bringdienst wurden in eine Service-Gesellschaft ausgelagert. „Wir sind in einer Neuordnungsphase“, sagt Hornstein.

Um die Zukunft dieser Mitarbeiter geht es auch in den Tarifverhandlungen. Verdi verlangt, dass sie über den einjährigen Bestandsschutz hinaus an die Lohnentwicklung des restlichen Hauses angekoppelt bleiben. Einigkeit besteht zwischen Gewerkschaft und Geschäftsführung darüber, dass ein Tarifvertrag für die Service-GmbH nötig ist.

Für die übrigen Mitarbeiter fordert Verdi sichere Arbeitsplätze und acht Prozent mehr Lohn, um die Bezahlung an den öffentlichen Dienst, etwa das Klinikum Bad Hersfeld, anzugleichen. Das HKZ bietet bislang 2,25 Prozent und einmalig 250 Euro.

Mit dem ärztlichen Personal hat sich das Haus bereits geeinigt, wobei die Gremien noch zustimmen müssen: Mit dem Marburger Bund wurden 2,25 Prozent mehr Gehalt und höhere Bezüge für Bereitschaftsdienste vereinbart. Die Laufzeit geht wegen eines möglichen Verkaufs des HKZ bewusst nur bis November.

„Ihr leistet eine verdammt gute Arbeit, und die muss durch gutes Geld entlohnt werden“, rief Gewerkschaftssekretärin Kerstin Hinkelthein in der „aktiven Frühstückspause“ den 80 HKZ-Mitarbeitern zu. Es sollte eine erste Warnung an den Arbeitgeber sein: „Wir sind zu mehr fähig“, sagte Hinkelthein.

Die Verhandlungen wurden bisher sehr offen geführt, sagen beide Seiten. Sie gehen am 9. März weiter. Die Geschäftsleitung will bis dahin ein neues Angebot vorlegen. HKZ-Personalchef Hartwick Oswald: „Ich gehe davon aus, dass wir zu einer vernünftigen Einigung kommen.“

Quelle: HNA

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