Folgen nicht absehbar

Minusgrade bremsen die Landwirte in Hersfeld-Rotenburg aus

Hersfeld-Rotenburg. Das kalte Wetter der vergangenen Wochen bremst die Landwirte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg aus. Wegen des anhaltenden Frostes ist das Wachstum der Pflanzen etwa drei bis vier Wochen im Rückstand.

„Sobald es wärmer wird, müssen die Pflanzen diesen Rückstand kompensieren“, erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel. „Ob sie das schaffen oder nicht, kann man jetzt noch nicht sagen“, führt der Landwirt aus dem Alheimer Ortsteil Erdpenhausen weiter aus. Noch lasse sich daher nicht abschätzen, ob sich das kalte Frühjahr negativ auf die Erntemenge auswirke.

Während das Wintergetreide von Dezember bis Februar keinen nennenswerten Schaden genommen habe, seien jetzt teilweise die Spitzen abgefroren, berichtet Diegel.

Die anhaltende Kälte hindert die Landwirte an vielen im Frühjahr notwendigen Arbeiten. So wäre das Sommergetreide in einem normalen Jahr bereits vor gut drei Wochen gesät worden, erläutert Kreislandwirt Horst Taube aus Blankenheim. Angesichts gefrorener Böden und teilweise noch schneebedeckter Höhenlagen sei daran derzeit aber nicht zu denken.

„Wenn es wärmer wird, fallen dann viele Arbeiten auf einmal an“, erläutert Taube. Durch die Frostgare, also den durch den Frost feinkrümeligen Boden, seien die Felder sehr trocken. Das gefährde die Nährstoffversorgung des Wintergetreides.

Problematisch sei das kalte Wetter laut Taube auch für einige Rinderbetriebe, die üblicherweise im Mai auf ihrem Grünland die erste Silage einfahren. Sie warten daher derzeit auf den Beginn des Graswachstums.

Eine Prognose möchte auch Taube nicht abgeben: „Die Natur holt zwar vieles wieder auf, im vergangenen Jahr war das allerdings nicht der Fall. Seitdem halte ich mich deshalb zurück.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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