Janosz König ist neuer Pfarrer der Kirchengemeinden von Richelsdorf und Süß

Menschen ernst nehmen

An Neuer Wirkungsstätte angekommen: Pfarrer Janosz König hält morgen seine erste Predigt in der Richelsdorfer Kirche – unser Foto. Der Gottesdienst beginnt am Sonntag um 10 Uhr. Foto: Achim Meyer

Richelsdorf/Süss. Die Kirchengemeinden von Richelsdorf und Süß haben einen neuen Pfarrer. Er heißt Janosz König und ist erst 29 Jahre alt. Er hat eine ruhige und sanfte Ausstrahlung, wirkt freundlich und dabei sehr ernsthaft. Morgen wird er seine erste Predigt in der Richelsdorfer Kirche halten, nachdem Dekanin Gisela Strohriegl ihn der Gemeinde vorgestellt hat.

König wuchs in einem Dorf bei Duisburg auf und machte im Jahr 2002 sein Abitur. Die Klassenkameraden rieten ihm dazu, Pfarrer zu werden. Denn Königs Interesse an theologischen Fragen war so groß, dass er den Religionsunterricht in der Schule praktisch im Alleingang bestritt. Außerdem war König nach seiner Konfirmation nach und nach ins Gemeindeleben hineingewachsen, leitete schon als 17-Jähriger den Kindergottesdienst und übte an Weihnachten mit den Kindern das Krippenspiel ein.

Erst Pony, dann ein Pferd

Trotzdem wäre König bei der Berufswahl fast einer anderen Leidenschaft gefolgt, seiner Liebe zu Tieren. König hatte sich von dem Geld, das er zur Konfirmation geschenkt bekam, ein Pony gekauft, später kam ein Pferd dazu. Er wollte Tierarzt werden. Die Erfahrungen während des Zivildienstes in einer Grundschule, wo behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet wurden, und der Zuspruch einer Lehrerin von dort brachten ihn zu dem Entschluss, Pfarrer zu werden. König studierte an der kirchlichen Hochschule Bielefeld-Bethel, in Münster und in Marburg. Sein Vikariat absolvierte er in Bad Arolsen.

Als Pfarrer will König den Menschen die frohe Botschaft der Bibel nahebringen. „Jesus hat sich aller Menschen angenommen, ob arm, reich, krank oder gesund“, sagt er. Seine wichtigste Aufgabe sei, „die Menschen vor Ort zu begleiten in ihrem Leben, sie ernst zu nehmen in ihren Anliegen“.

In der ländlichen Gegend fühlt sich König wohl. „Ich bin kein Stadtmensch“, sagt er. Ihm gefällt, dass sich hier Ebenen, Berge, Wiesen und Wälder abwechseln. „Das ist wunderbar, die Vielfalt der Schöpfung.“ König will hier sein Hobby, den Reitsport, wieder aufleben lassen, und freut sich, dass er am Pfingstmontag auf dem Gelände des Richelsdorfer Reitstalls einen ökumenischen Gottesdienst feiern darf.

König ist ins Pfarrhaus in Nentershausen gezogen, wo seine Frau Annette bereits vor einem halben Jahr die Stelle als Pfarrerin antrat. Nach dem Umbau der Kirchenstruktur gehört die halbe Pfarrstelle, die König besetzt, zur evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Wildeck. Der Gottesdienst am Sonntag beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss folgt ein Empfang in der Weißberghalle.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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