Kundgebung in Bad Hersfeld

350 Demonstranten Minderheiten-Verfolgung

+
Abschlusskundgebung: Auf dem Bad Hersfelder Linggplatz formulierte Johann Togac (rechts) die Forderungen der Männer und Frauen, die gegen die Verfolgung durch die islamische Isis-Miliz in ihrer Heimat protestieren. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Mehr als 350 christliche Aramäer, Jesiden und Kurden haben am Samstagnachmittag in der Bad Hersfelder Innenstadt gegen die Verfolgung und Vertreibung ihrer Volksgruppen durch die radikalislamische Isis-Miliz in ihrer Heimat demonstriert.

Von der Breitenstraße aus zogen die Teilnehmer aus dem Raum Bad Hersfeld, Bebra, Sontra und Eschwege mit Transparenten und Fahnen – darunter auch eine mit dem Konterfei des Führers der kurdischen Untergrundorganisation PKK, Öcalan – durch die Fußgängerzone zum Bad Hersfelder Linggplatz. Dabei skandierten die Männer und Frauen „Freiheit für die Christen“, „Freiheit für die Völker“, „Nieder mit der Isis“ oder „Wo bleibt die internationale Solidarität?“.

„Wir sind hier, um unseren Schmerz und unsere Trauer zum Ausdruck zu bringen“, sagte Demonstrations-Sprecher Johann Togac bei der Abschlusskundgebung auf dem Linggplatz. „Gemeinsam wollen wir dem Terror ein Ende setzen“. Das allerdings gehe nur mit einer Schutzzone für die verfolgten Minderheiten. „Autonomie jetzt“, reifen die Teilnehmer, bevor sie eine Flagge der Miliz anzündeten und bespuckten. Die dschihadistisch-salafistische Terrororganisation Isis, deren Ziel die gewaltsame Errichtung eines Kalifats auf dem Gebiet von Syrien, Irak Libanon, Israel und Jordanien ist, hatte Anfang Juni auf eine Offensive auf den Nordirak gestartet.

In Flammen: Während ihrer Kundgebung auf dem Linggplatz entzündeten die Teilnehmer eine Flagge der Isis-Miliz.

Ziel der Kundgebung als Teil einer landesweiten Aktion der Organisation European Syriac Union sei gewesen, Bevölkerung und Politik auf die Taten im Kriegsgebiet aufmerksam zu machen, berichtete Organisator Matthias Alp aus Weiterode. Christliche Bewohner von Mossul seien aufgefordert worden, zu Islam zu konvertieren, eine Sondersteuer zu zahlen oder die Stadt zu verlassen, ansonsten drohe das Schwert, berichten Aday Ay  und der Bad Hersfelder Juwelier Bülent Erdinc.

Den Menschen auf der Flucht fehle es an Nahrung. Die Luftangriffe der USA gegen die Isis-Kämpfer sehen viele Demonstranten als nötig, aber nicht ausreichend und zu spät an. „Wäre früher eingegriffen worden, würden Viele noch leben, meinte ein älterer Herr.

Einige Teilnehmer trugen T-Shirts mit dem Arabischen Buchstaben N, das für Nazarener, also Christen steht. Mit diesem Zeichen hatten die Isis-Kämpfer die Haustüren der Verfolgten beschmiert. (jce)

Demonstration gegen Minderheiten-Verfolgung im Irak

Quelle: HNA

Kommentare