Früchte liegen auf Radweg

Mehrere Unfälle: Radfahrer rutschen auf Mirabellen aus

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Diese Radler kommen aus Richtung Braach: In der Kurve, in die sie fahren, lagen viele matschige Mirabellen, die die Radfaher zu Fall brachten. Immer noch fallen Früchte vom Baum, aber der Bauhof hat die Gefahrenstelle nun im Blick.  

Rotenburg. Mehrere Radfahrer sind kürzlich auf dem Radweg zwischen Rotenburg und Braach gestürzt.

In Höhe der Jakob-Grimm-Schule zwischen den beiden Schulparkplätzen hatte ein Mirabellenbaum seine Früchte auf dem Weg entladen, es war feucht und rutschig auf dem Weg. Zunächst stürzte am Freitag, 12. August, eine Frau aus Bielefeld. Sie hatte die Kontrolle über ihr Rad verloren und noch einen entgegenkommenden Radfahrer zu Fall gebracht. Die 76 Jahre alte Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Am nächsten Morgen gegen 9 Uhr stürzte an derselben Stelle ein Radler aus Rotenburg. Er habe nicht gleich erkennen können, dass der Weg nass und übersät von herabgefallenen Mirabellen war. Auch er stürzte und erlitt Abschürfungen und Prellungen am Oberkörper. Per Handy verständigte er den Rettungsdienst, der ihn ins KKH brachte. Dort sollte er wegen eines Schocks aufgenommen werden, lehnte das aber ab.

Mit dem Besen zum Unfallort

Er sei vielmehr mit einem Besen zur Unfallstelle gefahren, berichtet Heinrich Marth. Dort habe er Polizei und eine Krankenwagenbesatzung angetroffen, die das nächste Opfer auf der Trage liegen hatten. Die Polizei habe ihm erklärt, man habe schon bei der Stadt Bescheid geben wollen, aber niemanden erreicht. Eine Passantin habe von einem weiteren Unfall vor einigen Tagen berichtet.

Heinrich Marth hat dann, wie er auch der Stadt geschrieben hat, die matschigen Früchte vom Weg gekehrt und ein Schild angebracht, das Radler warnen sollte.

„Für die Zukunft erwarte ich, dass seitens der Stadt die Radfahrwege besser kontroliert werden.“ Er behalte sich Schadensersatzansprüche vor, erklärt der Rotenburger mit Hinweis auf eine zerrissene Jacke, eine zerrissene Hose und ein kaputtes Fahrrad sowie Schmerzensgeld.

Mehrere Tage verbrachte Helmut Grisse aus Altmorschen im Kreiskrankenhaus. Er ist der Mann auf der Trage, den Marth gesehen hatte. Grisse hatte sich beim Sturz vom Rad die Hüfte gebrochen.

Er kenne die Stelle, die auch ohne Mirabellenmus auf dem Weg nicht ungefährlich ist, sagt Grisse. Er fahre hier regelmäßig entlang und sei ganz vorsichtig unterwegs gewesen. „Ich hatte keine Chance“, meint der 63-Jährige, der dieses Jahr schon über 4000 Kilometer gefahren ist.

Nach seinen Worten wollte ein Polizeibeamter vor dem Abtransport ins Krankenhaus noch zehn Euro Bußgeld verhängen, weil Grisse zu schnell gefahren sei. Wegen dessen Verletzung habe der Polizeibeamte aber dann davon abgesehen.

Einer der auf dem Radweg zwischen Rotenburg und Braach gestürzten Radler sieht die Stadt Rotenburg in der Pflicht, die sich um den mit Mirabellen übersäten Radweg hätte kümmern müssen. Dazu sprachen wir mit Helmut Hartmann vom Ordnungsamt der Stadt Rotenburg. Er sagte, das Problem mit den herabgefallenen Mirabellen auf dem Radweg sei bei der Stadt am vergangenen Montag angekommen.

Ein Kollege vom Bauhof sei sogleich zu der fraglichen Stelle gefahren. Dort sei zu diesem Zeitpunkt bereits gekehrt gewesen. Mitte der Woche habe man beidseitig ein Achtungszeichen mit dem Zusatz „Rutschgefahr“ aufgestellt. Außerdem werde der Weg regelmäßig einmal pro Woche mit der Kehrmaschine gereinigt. Dies sei auch einen Tag vor dem ersten Unfall, am 11. August, geschehen. Seit die Probleme mit den Mirabellen bekannt seien, sehe der Bauhof täglich nach, ob der Weg sauber sei. „Mehr geht eigentlich nicht“, sagt Hartmann. Man könne nie ausschließen, dass mal was auf der Straße liege.

Es sei immer mit einem Risiko verbunden, wenn man mit dem Rad unterwegs sei. Hartmann lobt auch den Radfahrer, der selbst zu Besen und Eimer gegriffen hat, bevor am Montag der Bauhof tätig wurde. Er habe gut reagiert, sagt Hartmann.

Das sagt die Polizei

Thomas Jung von der Polizeistation Rotenburg erklärte auf Anfrage, zwei Unfälle habe die Polizei auf Höhe des Mirabellenbaums am Radweg gegenüber der Jakob-Grimm-Schule aufgenommen, beide am vorvergangenen Wochenende. Bei einem Verkehrsunfall gebe es immer eine Ursache, so zum Beispiel Unachtsamkeit oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Werde die Polizei hinzugezogen, forsche sie nach der Unfallursache. Im fraglichen Fall von Helmut Grissehabe man nicht angepasste Geschwindigkeit angenommen. Dies erfülle den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit und werde mit einem Verwarnungsgeld belegt.

Quelle: HNA

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