Bei der Bürgerversammlung zu den Windkraftplänen gibt es kaum Grundsatzkritik

Mehr Wind, mehr Geld

Stellte die Windkraftpläne vor: Heinrich Wacker, Leiter des städtischen Fachdienstes für Landschafts- und Bauleitplanung, beantwortete die Fragen der Bürger. Foto: Janz

Erkshausen. „Wofür so viele Windräder, wenn sieben ausreichen, um den Stromverbrauch der Stadt zu decken?“, fragte der Erkshäuser Stefan Asal. „Weil wir mehr Geld damit verdienen können“, war die unumwundene Antwort von Manfred Ringer.

Der Vorstand der Rotenburger Strom-Genossenschaft Genoscolar brachte damit auf den Punkt, was während einer Bürgerversammlung im DGH Erkshausen zu den Windkraftplänen der Stadt im Mittelpunkt stand: Da ging es nicht um das Ob, sondern darum, wie sich mit den Windkraftanlagen möglichst viel Geld für die Rotenburger machen lässt.

Da der Schwerpunkt des Abends auf dem Windfeld entlang der Franzosenstraße lag, für das die Stadt kürzlich den Bebauungsplan in Auftrag gegeben hat, war die Antwort für die knapp 100 Bürger erfreulich: Die Stadt wolle einen Projektentwickler finden, der möglichst viele Anteilseigner aus der Region mit ins Boot nimmt. Interessenten gebe es, sagte Bürgermeister Christian Grunwald: „Das Geld soll bei Ihnen hängen bleiben, wenn wir uns die Räder schon ansehen müssen.“ Dabei könnten über Genossenschaften wie Genoscolar alle Kleinanleger dabei sein, auch ohne große Investition.

Hessen Forst beugt sich

Dieser Vorgabe habe sich auch Hessen Forst gebeugt – zumindest bei diesem Windfeld, auf dem der Landesbetrieb nur eine Minderheit der Flächen hält. Bei anderen geplanten Vorranggebieten im ganzen Landkreis, deren Flächen zum größten Teil dem Land gehören, dürfte Hessen Forst vor allem darauf achten, dass die eigenen Pachteinnahmen stimmen – ganz gleich, ob sich Bürger an den Anlagen beteiligen können.

Fundamentale Kritik an den Windradplänen gab es kaum. Einzig Herbert Knierim wollte wissen, wie sich das Vorhaben noch verhindern lässt. Gar nicht, war die lapidare Antwort des Bürgermeisters. Denn selbst wenn die Stadt nicht aktiv werde, könnten „Investoren-Heuschrecken“ spätestens mit dem neuen Regionalplan 2014 die Landschaft voll Windräder stellen – vorausgesetzt die Grundstückseigentümer machen mit.

Die Bürger hatten an Fachdienstleiter Heinrich Wacker von der Stadt und Stadtwerke-Betriebsleiter Stephan Heckeroth viele technische Detailfragen und den großen Wunsch nach einer Visualisierung. Denn bislang kann sich kaum jemand vorstellen, wie die 200 Meter hohen Windräder auf den Hügeln links und rechts von Seifertshausen aussehen werden.

Dafür sei es aber zu früh. Erst in knapp einem Jahr stehe fest, wo die sechs Windräder an der Franzosenstraße genau stehen sollen. Dann sollen die Bürger wieder informiert werden.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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