Gerade ältere Menschen sind gefährdet

Unfälle mit Elektrofahrrädern: Zahlen sind drastisch gestiegen

Im hohen Alter weite Strecken mit dem Rad zurücklegen - das ist dank Elektrorädern kein Problem mehr. Doch die neue Mobilität birgt auch Gefahren, besonders für ältere Menschen.

Mit geringem körperlichen Aufwand können je nach Modell Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreicht werden. Doch genau das führt in den vergangenen Jahren vermehrt zu Unfällen. Gerade ältere Menschen sind betroffen, auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Wie das Polizeipräsidium Osthessen in seinem Verkehrsbericht für das Jahr 2015 mitteilte, stieg die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern im vergangenen Jahr gegenüber 2014 von eins auf neun. Sieben der neun Unfälle fielen in die Altersklasse der über 65-Jährigen. 2014 waren es bei den Rentnern noch null Unfälle. Sechs der sieben Rentner wurden bei den Unfällen im Kreis Hersfeld-Rotenburg leicht und einer schwer verletzt.

Gerade im Gefälle gerieten die Räder bei hoher Geschwindigkeit häufig außer Kontrolle, sagt Siegfried Bockmann, Leiter der Unfallforscher der Versicherer. Roland Huhn, Sicherheitsexperte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), empfiehlt deshalb, eine Probefahrt beim Fachhändler zu machen, um das Fahr- und Bremsverhalten der Elektroräder kennenzulernen. Bald könnte es auf den Fahrradwegen im Kreis noch voller werden. Durch neue Elektroräder-Modelle wird mittlerweile auch eine jüngere Zielgruppe angesprochen. „Wenn der Trend in diese Richtung weitergeht, müssten die Radwege bald verbreitert werden“, prognostiziert Manfred Knoch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.

Hessenweit verunglückten im vergangenen Jahr 206 Menschen mit Elektrofahrrädern. 87 davon waren über 64 Jahre alt. Zwei der Rentner starben bei den Unfällen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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