Mehr als nur die Pflicht

Dr. Martin Franke vom Landrat als neuer leitender Notarzt vereidigt 

Zum leitenden Notarzt ernannt: Dr. Martin Franke Foto:  Apel

Rotenburg/Hönebach. Ohne Notarzt geht es nicht. Das weiß jeder, der schon einmal auf schnelle Hilfe angewiesen war und bange Minuten gewartet hat. Einer, der mit dazu beiträgt, dass das Rettungssystem im Landkreis funktioniert, ist Dr. Martin Franke, Anästhesist und Leitender Oberarzt am Kreiskrankenhaus Rotenburg.

Seit 2003 ist der gebürtige Berliner in der Fuldastadt tätig und seit diesem Zeitpunkt „fährt“ er Rettungseinsätze. Natürlich nicht als Fahrer eines Rettungsfahrzeugs, sondern als derjenige, auf den es vor allem ankommt, der im Fall des Falles um das Leben von Menschen kämpft. Immer wieder.

Nachfolger von Uwe Eichhorn

Als Nachfolger von Uwe Eichhorn wurde er jetzt von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zum Leitenden Notarzt ernannt und vereidigt. In dieser Eigenschaft, in der er Ehrenbeamter des Landkreises ist, ist er neben Dr. Bardo Kürten, dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, und vier weiteren Leitenden Notärzten sowie Fachdienstleiter Dieter Pfaff in der „Einsatzleitung Rettungsdienst“ mitverantwortlich für funktionierende Strukturen.

Landrat Dr. Schmidt sparte nicht mit Lob, als er Dr. Franke in Anwesenheit der Mitglieder der Leitung des Kreiskrankenhauses die Ernennungsurkunde überreichte. Verwaltungsleiter Sassan Pur griff auf Worte eines großen Philosophen zurück: „Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht. Sie sind einer davon und dafür gebührt Ihnen unser aller Dank!“

Dr. Franke ist vor allem von den vom Kreiskrankenhaus Rotenburg koordinierten Einsatzstellen Rotenburg und Hönebach aus unterwegs. Im Rahmen der üblichen Notfalldienste sorgt er mit seinen Notarztkollegen dafür, dass in mindestens 9 von 10 Fällen innerhalb von 15 Minuten Hilfe geleistet wird. „Da ist natürlich Routine dabei“, berichtet der 58-Jährige, „aber ohne Routine kann man in Notsituationen nicht arbeiten - das Grundgerüst muss da sein!“ Immer wieder erlebt er „Einsätze, die einen nicht kalt lassen - Bilder, die man mit nach Hause nimmt, die man erst mit Kollegen oder mit dem Notfallseelsorger verarbeiten muss.“

Hobbykoch mit Herz

In seiner Familie hat Dr. Franke eine große Stütze. Selbst in einer Arztfamilie groß geworden, hatte er schon früh den Wunsch, Medizin zu studieren. Gern ist er nach Stationen in Berlin, Kiel und Heide (Holstein) einem Ruf nach Rotenburg gefolgt: „Hier leben ausgesprochen freundliche und zuvorkommende Menschen!“ Vielleicht spüren sie aber auch, dass der Hobbykoch, der bei Sterneköchen „in die Lehre“ gegangen ist und der am liebsten Tafelspitz in allen möglichen Variationen isst, ein großes Herz für sie hat. Schon kurz nach der kleinen Feier beginnt sein nächster Dienst in Hönebach.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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