Neue Leitung kann auch Strom aus Anlagen für erneuerbare Energien aufnehmen

Mehr Energie für ae group

Symbolische Inbetriebnahme der neuen Stromleitung an der Schaltanlage im Werk der ae group in Nentershausen: Unser Foto zeigt von links Andreas Uhlemann vom ae Gebäudemanagement, Andreas Guth, Werksleiter in Nentershausen, Lothar Schuhmann vom Unternehmen Energienetz Mitte, den Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes, den Vorstand der ae group, Klaus Eichler, und den Projektleiter von Energienetz Mitte, Kurt Stang. Fotos: Dupont

Nentershausen/Bebra. Ob Wassereinbrüche oder Überbleibsel vom Bergbau – so manche Überraschung haben die Bauarbeiter erlebt. Doch jetzt liegt sie in der Erde, die neue Mittelspannungsleitung von Bebra nach Nentershausen. Das Projekt ist abgeschlossen. Eine Million Euro hat das Unternehmen Energienetz Mitte, eine Tochter der EAM, investiert.

Auf einer Länge von mehr als elf Kilometern wurde die Leitung vom Umspannwerk Bebra bis auf das Firmengelände der ae group Nentershausen verlegt. Das berichtete Projektleiter Kurt Stang bei der offiziellen Inbetriebnahme der Leitung am Mittwoch in Nentershausen.

Der Autozulieferbetrieb kann jetzt mit fast doppelt so viel Strom wie vorher versorgt werden – er kann bis zu 5300 Kilowatt pro Stunde beziehen. „Vorher waren wir stellenweise schon an der Grenze“, betonte der Leiter des Nentershäuser Werks der ae, Andreas Guth. Die Produktion der Aluminium-Teile schluckt jede Menge Energie.

Stromausfall würde teuer

Auch die Sicherheit der Versorgung ist damit gewährleistet. „Wir können es uns nicht leisten, dass bei der Herstellung unserer hochwertigen Teile der Strom ausfällt und dass das geschmolzene Aluminium fest wird“, erläuterte Guth. Pro Ofen könnte ein Schaden von 100 000 Euro entstehen.

Durch kleinere Maßnahmen im Vorfeld des Großprojekts sei die Versorgung auch in den vergangenen Jahren stabil geblieben, erklärte Stang.

„Die neue Leitung ist auch wichtig, damit wir unsere Erweiterungspläne für den Standort Nentershausen umsetzen können“, sagte Klaus Eichler, der Vorstandsvorsitzende der ae group.

Die neue Leitung kann außerdem dazu genutzt werden, um den Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel aus Fotovoltaikanlagen, in der ganzen Region ins Netz aufzunehmen.

Im Zuge der Arbeiten wurde ein Leerrohr für Glasfaserleitungen verlegt. Über Glasfaserkabel kann die Region mit schnellem Internet (DSL) versorgt werden.

Netz insgesamt noch sicherer

Die Bauarbeiten an der neuen 20 000-Volt-Mittelspannungsleitung haben überwiegend regionale Firmen übernommen. In diesem Zusammenhang wurden auch neue Trafostationen in Iba, Weiterode und an der Friedrichshütte errichtet, die die Versorgung mit Strom noch sicherer machen sollen.

In Nentershausen freut man sich über die gute Zusammenarbeit. „Mit der EAM haben wir einen kompetenten Partner an unserer Seite“, sagte Bürgermeister Ralf Hilmes. Nicht zuletzt gehe es auch um die Sicherung der Arbeitsplätze in der Region.

 hintergrund

Von René Dupont

Quelle: HNA

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