Kassenärztliche Vereinigung

Kassenärztliche Vereinigung: Mehr Ärzte für Alheim

Heinebach / Frankfurt. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) bleibt bei ihrer Entscheidung, den Arztsitz des verstorbenen Dr. Walter Stegmann an die Gemeinschaftspraxis von Dr. Jörg Merkel in Heinebach zu geben.

Das teilte sie am Dienstag mit. Heute will die Patienteninitiative „Praxis Dr. Stegmann“ 1400 Unterschriften für den Erhalt der Praxis an die KV übergeben.

Nach Angaben der KV ist eine zusätzliche halbe Arztstelle für Alheim denkbar. Der Landesausschuss für die vertragsärztliche Versorgung habe im November dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine weitere Stelle zugebilligt, sagt KV-Sprecher Karl Matthias Roth. Davon bleibe im Bedarfsplan noch eine halbe Stelle übrig, die auch in Heinebach geschaffen werden könne. Allerdings könnten sich auch Ärzte in anderen Kommunen bewerben – dann müsse nach Bedarf entschieden werden, sagt Roth.

Strotmann bewirbt sich

Der Rotenburger Dr. Hermann-Josef Strotmann, der sich mit seiner Kollegin Dr. Claudia Szabo um die Nachfolge Stegmanns beworben hatte und Favorit der Witwe Sylvia Stegmann war, hat gegenüber der HNA angekündigt, sich mit Szabo für die halbe Stelle zu bewerben: „Wenn das klappt, dann sind erst einmal alle versorgt.“ Er halte sich aber offen, der grundsätzlichen Entscheidung der KV zu widersprechen.

Strotmann wehrt sich gegen die Darstellung, er würde sich nicht 100-prozentig für die Patienten einsetzen. Laut KV-Sprecher Roth habe Strotmann, der noch eine halbe Stelle in Mecklenburg-Vorpommern hält, in den Augen des Vergabeausschusses nicht die Bereitschaft erkennen lassen, „sich in vollem Umfang der Patientenversorgung in Alheim zu widmen.“ Strotmann weist darauf hin, dass er sich genau deshalb gemeinsam mit seiner Kollegin Szabo beworben habe, damit die Versorgung sichergestellt ist.

Die KV weist Vorwürfe zurück, es habe bei der Vergabe Unregelmäßigkeiten gegeben. „Es gibt keine Verpflichtung, dem Inhaber einer Praxis alle Bewerber mitzuteilen“, sagte Roth. Da sich die Gemeinschaftspraxis kurzfristig beworben habe, wurde das Sylvia Stegmann nicht gemeldet.

Derweil hält die Patienteninitiative „Praxis Dr. Stegmann“ an ihrer Kritik fest. Laut Sprecher Lothar Albrecht ist die kleinere, voll ausgestattete Praxis Stegmann vorzuziehen. Die Gemeinschaftspraxis sei ausgelastet und die Möglichkeiten, weitere Patienten aufzunehmen begrenzt. Eine zusätzliche halbe Stelle für Alheim wertet Albrecht aber als Teilerfolg.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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