Preiskampf bei Herstellern – Apotheker kritisieren Rabattverträge

Apotheker im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind besorgt: Medikamente werden knapp

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Hersfeld-Rotenburg. In Apotheken werden immer häufiger Medikamente knapp. Betroffen sind gerade gängige Mittel, die viele Patienten täglich benötigen – Antibiotika, Blutdrucksenker und Schilddrüsenpräparate, aber auch Impfstoffe.

Diese Entwicklung beobachten die Apotheker im Kreis Hersfeld-Rotenburg zunehmend mit Besorgnis.

Kornelia Hellmuth vom Vorstand des Hessischen Apothekerverbandes und Apothekerin in Schauenburg (Kreis Kassel) sieht die Lieferengpässe als Auswirkung der Rabattverträge der Krankenkassen mit den Pharmaherstellern. Um bei dem Preiskampf mithalten zu können, ließen heute viele Hersteller in Billiglohnländern produzieren, was immer wieder zu Lieferschwierigkeiten führe.

„Das ist ein ganz großes Problem“, sagt auch Apothekerin Saskia Hildwein von der City-Apotheke in Bad Hersfeld. „Eine Häufung in diesem Maße hat es bis zur Einführung der Rabattverträge überhaupt nicht gegeben.“

Seit etwa zwei Jahren sei das der Fall, bestätigt Rolf Heise von der Elch-Apotheke in Bebra. Er sieht ein Problem auch in Verträgen der Krankenkassen mit Herstellern, deren zu kleine Produktion überfordert wird: „Wenn alle Apotheken im gesamten Bundesgebiet nur noch bei einem kleinen Pharmaunternehmen bestellen, dann werden die Kapazitäten gesprengt.“

Die Brücken-Apotheke in Heringen verzeichnet aktuell 32 Medikamente, die nicht lieferbar sind, sagt Inhaber Jürgen Göbel: „Und das ist nur die Spitze des Eisberges in unserem Standardsortiment.“

Mehr lesen Sie in der Hersfelder Zeitung am Samstag.

Quelle: HNA

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