Sanierung soll über 80 000 Euro kosten – Straße und Grundstück betroffen

Mauer wird zur Gefahr

Gefahr im Verzug: Christel und Jürgen Wilhelm vor der Mauer, die droht, in ihren Garten zu kippen. Am rechten Rand des Fotos ist eine neuere Mauer zu sehen, die noch geradesteht. Am Übergang erkennt man, wie weit sich die ältere Mauer bereits geneigt hat. Wenn man zwischen Mauer und Zaun hindurchschaut, erkennt man die Asphaltdecke der Schieferstraße. Fotos: Dupont

Süss. Im kleinen Dörfchen Süß steht ein schwerwiegendes Problem. Genau genommen steht es nicht mehr, sondern es kippt: eine 44 Meter lange Mauer, die die Schieferstraße stützen sollte, neigt sich gefährlich in Richtung des Gartens der Familie Wilhelm.

Weil niemand so genau weiß, wie lange es dauert, bis sie endgültig im Garten landet, muss schnell gehandelt werden. Deshalb hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht für die Sanierung der Stützmauer gegeben.

Der Ortsbeirat Süß hatte bereits im vergangenen Jahr auf das Problem aufmerksam gemacht und auf eine Untersuchung gedrängt.

Steine von Feldern geholt

Die Mauer hat schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel. Über Generationen stützte sie die Straße. „Um die Mauer zu bauen, sind damals Sandsteine und andere Bruchsteine von den Feldern mitgebracht worden“, berichten Christel und Jürgen Wilhelm. Für die Ewigkeit war sie nicht gebaut. Das war schon damals klar. „Früher lag die Straße auch tiefer. Da musste die Mauer nicht so viel aushalten“, berichten die Wilhelms. Auf die Bruchsteinmauer wurden dann noch etwa 30 Zentimeter Beton draufgegossen.

Seit Jahren fahren auf der Straße täglich Schulbusse und schwere Landmaschinen. Das hält keine Bruchsteinmauer auf Dauer aus. Vor sechs, sieben Jahren rieselten die ersten Bröckchen aus dem Bauwerk. Seitdem geht es immer mehr in die Knie. Und die sich neigende Mauer hat oben auf der Straße schon bis zu vier Zentimeter breite Spalten in den Teer gerissen.

Knifflige Angelegenheit

Für die Sanierer ist die ganze Sache eine knifflige Angelegenheit. Straße und Mauer müssen saniert werden. In der Straße liegen nahe der Mauer Kanal-, Wasser-, Strom- und Telefonleitungen. „Auch in diesem Bereich ist der Untergrund zum Teil felsig“, berichtet Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD). Noch felsiger ist es unter der Straße im Bereich zum Hang hin.

Die Mauer soll jetzt im Zusammenhang mit der sowieso geplanten Kanalsanierung im Rahmen der Eigenkontrollverordnung saniert werden. Dann wird auch die Straße neu gemacht. „Das spart Kosten“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde sei verpflichtet, die Straße mit einem Stützelement abzusichern und damit die Verkehrssicherheit herzustellen.

Nicht vor August

Für die Straßensanierung und das Stützelement stehen im Haushalt der Gemeinde 82 000 Euro zur Verfügung. Die Gemeinde hat einen Antrag auf Zuschuss vom Land für eine Notfallmaßnahme gestellt. „Es ist möglich, dass es einen Zuschuss gibt, weil auch der Linienverkehr auf dieser Straße fährt“, betont Hilmes. Jetzt müssen die Ausschreibungen vorbereitet werden.

Die Sanierung soll im August oder September über die Bühne gehen. Bis dahin wird Jürgen Wilhelm wohl weiter ein komisches Gefühl beschleichen, wenn er in der Nähe der bröckelnden Steinwand den Rasen mäht.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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