Weggang von Stadtmanager Philipp Kaufmann reißt große Lücke: Wie geht es weiter?

Marketing am Scheideweg

Entspannt, doch auch gespannt: Der 1. Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Achim Kniese (links), sorgt sich um die Zukunft der Stadtwerbung, denn der Weggang von City-Manager Philipp Kaufmann (rechts) verändert die Voraussetzungen. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Der Abschied fällt Philipp Kaufmann nicht leicht. Ab Juli tritt der bisherige Manager der City Galerie einen neuen Job in Weiden an. In Bad Hersfeld hinterlässt er eine große Lücke.

Der gut vernetzte Kaufmann war seit der Fusion von Werbegemeinschaft und Tourist-Info 2009 zugleich Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins. „Ein solches Modell wird es wohl nie wieder geben“, erläutert Hotelier Achim Kniese, der 1. Vorsitzende des Stadtmarketingvereins. Er verweist auf die großen Erfolge der Arbeit der vergangenen Jahre. „Unsere Veranstaltungen hatten und haben ein hohes Niveau und auch finanziell Erfolg“, sagt Kniese.

Allerdings haben sich die Weichenstellungen verändert. Hartmut H. Boehmer, der Vorgänger von Thomas Fehling im Bürgermeisteramt, hatte die enge Verflechtung des Stadtmarketingvereins (SMV) mit den Aktivitäten der Stadt in Person des SMV-Geschäftsführers nach einer Übergangszeit favorisiert. Fehling indes macht keinen Hehl daraus, dass er sich mit dieser Konstruktion „schwertut“, wenngleich er die Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing lobt.

Eigentliche Idee gescheitert

„Die ursprüngliche Idee eines komplett abgestimmten Stadtmarketings ist gescheitert“, stellt Achim Kniese fest. „Unter den gegebenen Umständen sehe ich für den Stadtmarketingverein nicht die Möglichkeit, das umzusetzen, was wir uns einmal vorgenommen haben“, erklärt Kaufmann. Noch bis Ende des Jahres wird er die Geschäftsführung des Vereins innehaben, dann muss eine neue Lösung her.

„Jetzt ist die Stadt am Zug“, sagt Kniese. Das Rathaus müsse entscheiden, ob es den Stadtmarketingverein wie bisher mit 25 000 Euro jährlich oder wie auch immer unterstützen wolle für die Übernahme von Teilen der Stadtwerbung. Oder ob Aufgaben wie etwa die Organisation des Weinfestes oder des Weihnachtsmarktes wieder zurückfallen an die Verwaltung, wo sie zuvor angesiedelt waren.

Kniese und Kaufmann kritisieren die Zersplitterung der Werbeaktivitäten für die Stadt: Die Festspiele beschäftigen eine eigene Hamburger Agentur, „wortreich“ und Schilde-Halle werden separat vermarktet, und auch die Hotels sind in größeren Verbünden organisiert. „Wir sind alles, nur nicht ein gemeinsames Bad Hersfeld“, gibt Kniese zu bedenken.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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