Polizei warnt: Mann betrügt ahnungslose Durchreisende an der A7

An Raststätten der Autobahn 7 (hier bei Kassel-Lohfelden) treibt ein Bebraner sein böses Spiel mit gutgläubigen Menschen: Doch der Mann ist kein Einzelfall. Seine Masche wird auch andernorts erfolgreich eingesetzt. Archivfoto: Ketteritzsch

Kassel/Bebra. Ein 31-Jähriger aus Bebra, der an der Autobahn 7 mit einer besonderen Masche die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen ausnutzt, beschäftigt die Polizei in Kassel und Bad Hersfeld seit fast einem Jahr.

„Können Sie mir helfen“, rief der junge Mann auf dem Rastplatz an der Autobahn 7 vermutlich irgendwo im Raum Melsungen/Malsfeld. Er müsse dringend tanken, aber seine Karten funktionierten nicht, erklärte er einer Familie mit vier Kindern, die Anfang Juni, vom Urlaub in Dänemark kommend, auf dem Rastplatz eine Pause eingelegt hatte.

Der junge Mann stellte sich höflich mit Namen vor und berichtete, er sei überall abgewiesen worden, keiner wolle ihm helfen, obwohl er nur noch bis Bebra fahren müsse, wo er wohne. Er fuhr eine Mercedes Limousine und zeigte sogar seinen Ausweis.

Vorgetäuschte Notlage

„Ich dachte kurz an meine eigene Lage, nämlich mit Familie unterwegs und eventuell in einer Notlage auf Hilfe angewiesen zu sein, und entschloss mich, dem jungen Kerl zu helfen“, so berichtet der angesprochene Familienvater unserer Zeitung.

Der Bebraner versprach, die geliehenen 50 Euro zurückzuschicken. Doch bis heute hat der hilfsbereite Mann aus Süddeutschland nichts zurückbekommen. Er hat zwar Namen und Adresse des mutmaßlichen Betrügers und seine Handy-Nummer, hat ihn schon mehrfach angerufen, doch das Geld schickt dieser nicht.

Das sei kein Einzelfall, erklärte auf Nachfrage Manfred Knoch, Polizeipressesprecher in Bad Hersfeld. Der 31-jährige Bebraner sei polizeibekannt. Er betrüge ahnungslose Autofahrer auf Raststätten an der A 7.

Der Mann fährt offenbar in unregelmäßigen Abständen mit seinem Pkw nach Kassel, um dort in Spielotheken sein Glück zu versuchen. Damit scheitere er wohl in den meisten Fällen. Er fahre dann, so berichtet Pressesprecher Knoch, wahllos Tank- und Rastanlagen an der A7 in der Umgebung von Kassel an und gehe auf Reisende zu. Recht selbstbewusst, nett und höflich spreche er vor und behaupte, etwa durch eine Fahrzeugpanne in einer finanziellen Notlage zu sein, da seine EC-Karte nicht funktioniere. Er weist sich mit seinem Personalausweis aus und bittet um Bargeld.

„Manche Reisende gaben dem Mann auf diese Weise 20 bis 50 Euro“, sagt Manfred Knoch. Bei der Polize liegen bereits mehrere Strafanzeigen wegen Verdachts des Betruges vor. Auch wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist der Bebraer schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Pressesprecher Knoch rät allgemein zur Vorsicht, wenn um Geld gebeten wird, auch wenn Originalausweise gezeigt werden. Geschädigte sollten auf jeden Fall Anzeige erstatten, was problemlos auch im Heimatort möglich sei.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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