Hartmut Grünwald folgt auf Horst Groß

Mann der Kontroverse führt den Müllverband Rotenburg

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Der Alte und der Neue: Der ehemalige Bebraer Bürgermeister Horst Groß (links) wird als Vorsitzender des Müllabhol-Zweckverbands Rotenburg von Hartmut Grünewald beerbt. Groß war 18 Jahre lang Vorsitzender, in denen auch der Wertstoffhof in Bebra gebaut wurde (im Hintergrund).

Rotenburg / Bebra / Ronshausen. Hartmut Grünewald ist neuer Vorsitzender des Müllabhol-Zweckverbands Rotenburg (MZV). Die Personalie sorgte für Diskussionen, Grünewald erhielt bei der Wahl zwei Gegenstimmen.

Der Verband, der den Müll in Bebra, Rotenburg und Ronshausen entsorgt, brauchte einen Nachfolger für Horst Groß, der nach seinem Ausscheiden als Bebraer Bürgermeister auch dieses Amt abgegeben hat. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Grünewald gilt im MZV als der Mann mit dem größten Sachverstand beim Thema Müll. Er gilt aber auch als derjenige, der im Zentrum der häufigen Kontroversen des MZV mit dem Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV) steht. Das gibt Grünewald auch zu: „Ich bin der Stein des Anstoßes, weil ich die Interessen unserer Bürger vertrete“, sagte er während der Verbandsversammlung in Bebra.

Thorsten Bloß (CDU, Bebra) kritisierte, dass Uwe Hassl als neuer Bürgermeister Bebras nicht dieses Amt übernehmen wollte. Damit wäre Bebra laut Bloß im MZV angemessen repräsentiert gewesen, und die schwierige Konstellation mit dem AZV würde aufgebrochen. Zwar treffe Grünewald keine Schuld an den Kontroversen, doch für die Führung des größeren Müllverbands sei er nun einmal ein rotes Tuch, sagte auch Lothar Knoth (SPD, Bebra).

„Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass Hartmut Grünewald eins und eins zusammenzählen kann, was beim AZV leider nicht immer funktioniert“, entgegnete Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, der ebenfalls Vorstandsmitglied ist. Wenn der gewissenhafte Grünewald Fehler in Abrechnungen feststelle, dann müsse er nun einmal handeln.

Hassl selbst kandidierte als stellvertretender Vorsitzender. So sei mit Grünewald an der Spitze die Kontinuität im Vorstand bis zur Kommunalwahl 2016 gewährleistet, und er selbst könne sich in das komplexe Müll-Thema einarbeiten. Auch Hassel erhielt zwei Gegenstimmen.

Debatte um Delegierte

Weitere Diskussionen gab es bei der Neuwahl der MZV-Delegierten zur AZV-Verbandsversammlung. Thorsten Bloß weigerte sich, seinen Platz zu räumen, da sonst die CDU-Fraktion im AZV-Müllparlament geschwächt würde. Die Situation wurde durch eine Änderung der Liste gelöst. Rolf Hildebrand (SPD, Ronshausen) sagte: „Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen dem AZV und uns ist: Die machen Politik, wir machen den Müll weg.“

Folgende Vertreter wurden gewählt: Uwe Hassl (parteilos), Christian Grunwald (CDU), Hartmut Grünewald (UBR), Thorsten Bloß (CDU), Peter Knierim (SPD), Markus Becker (CDU), Lothar Knoth (SPD).

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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