Zirkus Phantasia studiert an der Heinebacher Lindenschule Programm mit Schülern ein

Manege frei für die Talente

Heinebach . „Bei uns sind die Schüler so, wie die Lehrer sich das wünschen“, sagt Lars Wasserthal selbstbewusst und mit einem Augenzwinkern. Der Zirkusdirektor ist in der Projektwoche mit seinem Zirkus Phantasia an der Heinebacher Lindenschule zu Gast.

Er und sein Team bereiten die Kinder auf vier Zirkusaufführungen heute und in den kommenden Tagen vor. Die Kinder versammeln sich morgens im Dämmerlicht des großen roten Zirkuszelts, das die Zirkusleute mit Kindern und Eltern hinter der Schule aufgebaut haben. Der 32-jährige Lars Wasserthal, ausgebildeter Schauspieler, reißt die Kinder mit, wenn er mit ihnen zusammen das Lied vom kleinen hässlichen Clown singt, der im Rampenlicht zum Star wird. Dann geht es ans Werk - eifrig und außerordentlich diszipliniert.

Während in den Klassenräumen Feuer gespuckt wird, Bälle jongliert und Jungfrauen von Zauberkünstlern zersägt werden, üben im Zelt die Seiltänzerinnen und die Trapezkünstler. Das große Zelt ohne Zuschauer dämpft den Schall, als Sandy Barnekow, eine der Artistinnen, im Scheinwerferlicht leise Anweisungen gibt. Es ist der zweite Tag, die Kinder sind schon geübt im Balancieren über das auf Hüfthohe gespannte Stahlseil. Sie knien sich aufs Seil, einem Mädchen gelingt es, mit dem Mund ein rosa Tuch vom Seil aufzuheben. Barnekow hält sie an der Hand, denn um Kinder zum freien Seilztanz auszubilden, dafür ist die Zeit zu knapp.

Und darum geht es auch nicht, erklärt der Zirkusdirektor: „Wir stärken das Gemeinschaftsgefühl der Schule. Alle sind integriert, und es ist nicht wichtig, wie gut jemand rechnen kann.“

Die Lehrer sind begeistert. „Bei den Kindern treten Talente hervor, die man im Schulalltag gar nicht wahrnimmt“, sagt Valessa Scheufler. Die knapp 200 Schulkinder sind in zwei Gruppen aufgeteilt.

Vorführungen sind am Donnerstag um 17 Uhr, am Freitag um 17 Uhr sowie am Samstag um 10 und um 14 Uhr.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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