Zirkus Bellissimo gastierte zur Projektwoche in der Grundschule im Baumgarten

Manege frei für die Schüler

Und rauf aufs Pferd: In ihrer Projektwoche studierten die Mädchen und Jungen der Schule im Baumgarten mit den Zirkusleuten Zirkusnummern ein. Gestern waren die Vorstellungen im großen Zirkuszelt. Fotos: Achim Meyer

Breitenbach. Der kleine Zirkus ist selbstbewusst. „Sensationelle Artisten“ kündigen die jungen Direktoren an, „Meister der Körperbeherrschung, die lustigsten Clowns aller Zeiten“. Man ist ja nicht irgendwer. Der Zirkus Bellissimo war zu Gast in Breitenbach. In der Projektwoche der Grundschule im Baumgarten übten die Zirkusleute Zirkusnummern mit den Kindern ein. Gestern waren die Vorstellungen.

Das Zelt steht auf einer verschneiten Wiese am Ortsrand. Eine Stunde vor der Premiere treffen sich die Kinder unter dem Sternenhimmel des blauen Zeltdachs. Der Zauber der Manege hat für sie schon lange begonnen. Kleine Clowns in weiten Hosen mit bunten Punkten sausen durch die Manege, die Ziegendompteure schlüpfen in ihre Ponchos, die Haremsdamen der Fakirnummer in orientalische Jacken und Röcke.

Marcello Maatz stammt aus einer Zirkusfamilie mit einer Geschichte, die sieben Generationen umfasst. Seit 1984 sind er und seine Frau Silvia mit dem Mitmachzirkus für Kinder unterwegs.

Viel zu beachten

Resolut erteilen sie Anweisungen. Es gibt viel zu beachten: Licht, Musik, jeder braucht das passende Kostüm, Requisiten müssen am Platz sein, Hund, Pferd und Ziegen ebenso. Und eines ist ganz wichtig im Zirkus. Marcello legt die Finger an die Mundwinkel und schiebt sie in die Höhe: Lächeln.

Die Lehrerinnen staunen über die Disziplin, mit der die Kinder bei der Sache sind. In der Projektwoche sind die Lehrerinnen zu Assistentinnen bei der Zirkusarbeit geworden.

Renate Keßler-Schade malt einer Schülerin glitzernde Schminke ins Gesicht. „Fragt André!“, sagt sie zu zwei Viertklässlern, die nicht wissen, welche Schminke für ihr Gesicht vorgesehen ist. André ist der zehnjährige Sohn der Zirkusfamilie und zuständig für die Clownsnummern.

Ein Lächeln im Gesicht

Feierlich ist der Moment, als das Licht erlischt, die letzten Besucher im Halbdunkel ihre Plätze suchen und die Manege unterm Sternenzelt dann im Scheinwerferschein zur Bühne wird für Zauberer, Tänzerinnen, Turner und Kunstreiter, Clowns, Fakire und Tierdompteure. Vor und nach ihren Auftritten eilen die Kinder auf den großen Stern, der den Mittelpunkt der Manege markiert, verbeugen sich, werfen anmutig ihre Umhänge oder recken die Arme in die Luft, dabei immer ein stolzes breites Lächeln im Gesicht. Man ist ja nicht irgendwer.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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