Magie im Cornberger Klosterhof: Rufus Beck mit seinem Sommernachtstraum

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Erlebte eine traumhafte Sommernacht: Das Publikum im Klosterhof.

Cornberg. Der Wald ist der Ort, wo die Elfen leben, wo der Feenkönig sich nach Harmonie sehnt, wo die Schauspieler an ihrer Kunst feilen, wo die jungen Liebenden sich verirren - und der Schauplatz von William Shakespeares Sommernachtstraum, den der Schauspieler Rufus Beck bei einer fantastischen Theater-Lesung mit Jazzmusikern im Kloster Cornberg neu erzählte.

Lässig singend ist Beck auf die Freilichtbühne geschlendert, bevor er die Protagonisten handfest beschreibt: Da ist die Zicke Hermia, die den Lysander liebt. Da ist Lysander, den Beck zum sanften Frauenversteher macht. Er liebt Helena. Helena lernen die Zuschauer als Landei kennen, das mit bayerischem Dialekt spricht und sein Herz an Demetrius verloren hat. Raubein Demetrius wiederum ist so cholerisch „wie Uli Hoeneß, wenn die Bayern mal nicht Meister geworden sind“, und liebt die hochnäsige Hermia.

Sie wissen nicht, dass Feenkönig Oberon seinen Diener Puck gschickt hat, einen Spaß zu treiben und Verwirrung zu stiften: Puck träufelt den Nektar einer geheimnisvollen Blume in die Augen der Schlafenden. Wenn sie erwachen, lieben sie das erstbeste Wesen, das sie erblicken.

Rufus Beck: Großartig neben ihm seine Band, die mitreißenden Jazz und noch viel mehr spielte.

Rufus Beck taucht die Geschichte über die Liebe in Ironie, lässt die athenischen jungen Frauen ganz modern ein tätowiertes Hirschgeweih über dem Hintern tragen, tut so, als würde er zwischendurch nach den aktuellen Fußball-Ergebnissen schauen - und erzeugt gleichzeitig und trotzdem in der zauberhaften Atmosphäre des Innenhofs im Kloster Cornberg für das Publikum eine besondere Magie.

Während Beck, im lässigen Sakko auf einem Hocker sitzend, zur Musik wippt, illustrieren Martin Wagner am Akkordeon, Hanns Höhn am Kontrabass und Andreas Neubauer am Schlagzeug den geheimnisvollen Wald, spielen mitreißenden Jazz oder untermalen zurückhaltend die Komik des Stücks - alles angelehnt an die Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartoldy aus dem 19. Jahrhundert.

Das Stück „Sommernachtstraum“ gehörte zum Programm des Kultursommers Nordhessen. Für die Zuschauer bleibt die Erinnerung an eine traumhafte Sommernacht, an deren Ende die Liebenden zueinander finden.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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