Wie Männer artgerecht zu halten sind: Kabarettistin Brigitte Koischwitz in Bebra

Pointiert: Brigitte Koischwitz plauderte über die wichtigen Dinge des Lebens. Foto: Ernst

Bebra. Was im Leben wirklich zählt, erklärte Brigitte Koischwitz bei ihrem Kabarett-Auftritt im Alten Rathaus in Bebra. Mit viel Lebenserfahrung und noch mehr Humor zeigte sie den Gästen des Kulturzugs Bebra, wie wichtig die kleinen Dinge des Lebens sind.

Die Powerfrau stellte sich als Künstlerin, Autorin, Verlegerin, Ehefrau, Mutter und Putzfrau vor. Denn schon ihre Mutter habe immer gesagt: „Eine Frau muss eintausend Frauen in einer Person sein“, erklärte die gebürtige Berlinerin.

Sie betreibe das einzige Einfrautheater in Deutschland, erklärte Koischwitz und zeigte zwei Stunden lang in lockerer aber professioneller Art, dass sie ganz alleine Theater spielen kann. Zehn Jahre Theatererfahrung sprechen dabei für sich.

Aus dem Leben gegriffen

Ihr Programm ist aus ihrem Leben gegriffen. Dabei führt ihr Kabarett die Zuhörer von ihrem früheren Wohnort Sylt, zu ihrer hessischen Wahlheimat in Bad Endbach. Die Erlebnisse mit ihren Mitmenschen, ihrer Familie und ihr selbst stehen dabei im Vordergrund.

Über ihre Ehejahre hinweg habe sie zum Beispiel viel über „Männer und ihre artgerechte Haltung“ gelernt, erzählte Koischwitz. Dabei hat sie eine sehr hilfreiche Entdeckung gemacht, die sie den Frauen im Publikum verriet: „Ihr müsst viel häufiger sagen: Das kann ich nicht“, denn wer diesen Satz so gut beherrsche wie die Männer, der müsse im Leben weniger machen. Dafür erntete sie zustimmendes Gelächter des weiblichen Publikums.

In ihr Programm wurden auch immer wieder selbstverfasste Gedichte eingebaut. Eines davon behandelte die Kleinigkeiten des Lebens. Für die lebensfrohe Künstlerin sind es nämlich gerade diese kleinen Dinge, die das ganze Leben ausmachen. So können Streitigkeiten schon durch ein falsches Wort, oder die falsche Betonung entstehen: „Ich habe doch nur gesagt…“ trifft dabei häufig auf die Antwort: „ja, aber wie du es gesagt hast…“ und daraus resultiert dann ein Streit.

Während ihres Auftritts plauderte Koischwitz immer wieder aus dem Nähkästchen. Doch eine Sache umging sie dabei geschickt: ihr Alter.

Denn die Zeichen der Zeit seien ihr vor allem in den letzten Jahren aufgefallen. Weswegen sie aus ihrem Alter ein kleines Geheimnis macht. Auf Nachfrage erhält jeder die gleiche Antwort: „Ich bin 39-einhalb“, witzelte die Künstlerin.

An ihrem letzten Hochzeitstag habe ihr Mann sie mit drei Geschenken überraschen wollen: „Mein Mann schenkte mir doch tatsächlich ein Blutdruckmessgerät, Pferdesalbe und ein Pillenkästchen - und das mit 39einhalb“, berichtete sie empört.

Nach zwei Stunden endetet der Nachmittag mit einem letzten Ratschlag von ihr: „Genießt jeden Augenblick, egal wie klein er ist - denn keiner kehrt zurück“.

Von Pascal Ernst

Quelle: HNA

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