Imshäuser Gespräch zu ökologischer Landwirtschaft

Luxus für Reiche oder Zukunftschance

Imshausen. Um ökologische Landwirtschaft geht es beim Imshäuser Gespräch am Freitag, 20. September, 19 Uhr im Visser t’Hooft-Haus in Imshausen. Zur Frage, ob diese Form der Landwirtschaft ein Luxus für Reiche ist oder eine Zukunftschance für die Ernährung der Welt sein kann, spricht Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Biolandwirt (Habitzheim).

Dass Biolandwirtschaft nur etwas für reiche Staaten ist, sei ein Vorurteil, das der Agrarwissenschaftler, Landwirt und Vorsitzende des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft zu Löwenstein in seinem Buch „Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ widerlegt.

Der Lebensstil in den Industrienationen, den die Menschen in den armen Ländern der südlichen Halbkugel gern nachahmen würden, führe unweigerlich zu einem „Food Crash“, sagt der Autor. Löwensteins These: Zunehmender Hunger in der Welt sei nicht durch Produktionssteigerung einer immer stärker industrialisierten Landwirtschaft mit Pestiziden, Kunstdünger und Gentechnik zu beheben. Notwendig sei es, verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zu beenden, ebenso die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und die mangelnde Gerechtigkeit im globalen Ernährungssystem.

Doch wie können die globalen Bedingungen so verändert werden, dass tatsächlich auch für eine weiter wachsende Weltbevölkerung das „tägliche Brot“ gesichert werden kann?

Entwicklungshelfer

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein studierte an der TU München in Weihenstephan und schloss das Studium 1982 mit der Promotion ab. Er war drei Jahre Entwicklungshelfer für Misereor auf Haiti, übernahm dann den elterlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb und stellte das Gut in Südhessen nach den Richtlinien des ökologischen Anbauverbandes Naturland um. Er ist im Präsidium von Naturland und Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sowie Vorstand des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Deutschland).

Der Eintritt ist frei, eine Spende ist willkommen, teilte Ute Janßen von der Stiftung Adam von Trott mit. (red/ank)

Quelle: HNA

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