Erstmals in den historischen Keller

Entdeckernacht in Rotenburg: Luftschutz unterm Bahnhof

Neues auch für Alteingesessenen: Stadtführer

Rotenburg. Er birgt einige Geheimnisse und hat Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen: Der Keller unter dem Bahnhofsgebäude war ein ein Ziel in der Rotenburger Entdeckernacht, die am Samstagabend begann.

Der pensionierte Lehrer Reinhold Salzmann und Kerstin Schulz von der Tourist-Information der Stadt führten die Entdecker die Treppe hinab unter das Gebäude, das 1848 errichtet und danach mehrmals erweitert und umgebaut wurde. Verschachtelt ist das System aus Gängen und kleinen Räumen. Zunächst bildete der Keller nur das Fundament für das Gebäude, berichtete Salzmann, der sich für die Eisenbahn interessiert und den Keller erforscht hat. Später hatte er verschiedene Funktionen.

Während des zweiten Weltkrieges dienten Räume im Keller als Luftschutzbunker. Daran erinnern verrostete Metalltüren mit der Aufschrift „Gasschutztür“. Einer Besucher der Entdeckernacht erinnerte sich an Aufenthalte hier in den Schutzräumen und konnten beschreiben, wo Tische und Stühle standen. Hier und dort schimmert der rote Sandstein durch, aus dem das Gebäude vor mehr als 150 Jahren gebaut wurde. Ein gefliester Raum veranschaulicht, dass hier einst die Herrentoilette für Fahrgäste der Bahn untergebracht war.

Weitere Ziele waren die Rotenburger Museen. Im Heimatmuseum wartete auf jüngere Entdecker eine Märchenwelt mit Rapunzel-Turm und Dornröschen-Schloss. Pfarrer Michael Dorfschäfer berichtete Besuchern der Jakobikirche vom heiligen Jakobus, dem Namensgeber der Kirche, dessen Leichnam Engel nach seiner Hinrichtung in einem Boot bis nach Gallizien gebracht haben sollen. Das sagt die Legende.

Entdeckernacht in Rotenburg 

Insgesamt waren weniger Entdecker am Abend und in der Nacht unterwegs als im vergangenen Jahr. Besonders Führungen durch das Landgrafenschloss, die auch in diesem Jahr angeboten wurden, hatten damals große Gruppen in das Gebäude gelockt, das heute dem Land Hessen gehört und vom Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz genutzt wird.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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