Aus Kostengründen

Ronshausen verzichtet auf Luftkurort-Prädikat

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Fällt weg: Seit 47 Jahren trägt Ronshausen das Prädikat „Luftkurort“. Ab kommendem Jahr muss der Titel auf dem Schild am Ortseingang verschwinden, weil die Gemeinde die Kosten für die Überprüfung des Prädikats nicht mehr tragen will.

Ronshausen. Eine Ära geht zu Ende: Ronshausen wird ab 2014 nicht mehr als Luftkurort firmieren.

Einen entsprechenden Beschluss, sich nicht mehr um die Prädikatisierung zu bemühen, hat das Gemeindeparlament in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Auch das niedrigere und kostengünstigere Prädikat „Erholungsort“ wird nicht angestrebt.

Grund für die Entscheidung sind die mit einer Prädikatisierung verbundenen Kosten, die nicht mehr in Einklang zu bringen sind mit der Haushaltskonsolidierung unter dem Rettungsschirm des Landes. Etwa 12.000 Euro würde die erneute Überprüfung der Kerngemeinde kosten.

Sei 1966 ist Ronshausen anerkannter Luftkurort und hat als Urlaubsort eine entsprechende Tradition. Im vergangenen Jahr wurden 2229 Feriengäste mit knapp 12.600 Übernachtungen im Ort gezählt, der größte Teil allerdings im Feriendorf Machtlos.

Regina Raup

Das Prädikat gilt noch bis 2014. Mit großen Kosten für eine Umstellung von Prospekten, Flyern, Briefköpfen und der Homepage der Gemeinde rechnet die Erste Beigeordnete Regina Raup nicht. „Wir dürfen das vorhandene Material noch aufbrauchen“, sagte sie auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung.

Was allerdings als Profil oder Slogan für Ronshausen folgen soll, ist offen. Nentershausen zum Beispiel, das ebenfalls aus Kostengründen auf die Prädikatisierung verzichtet, hat sich den Slogan „Am Fuße der Tannenburg“ verpasst und damit seine touristische Attraktion elegant eingebunden.

Wofür Ronshausen künftig stehen soll, darüber könnte sich die Zukunftswerkstatt Gedanken machen, meinte Regina Raup. Eventuell könne man auch die Bürgerinnen und Bürger um Anregungen bitten.

Kein Thema im Heimatverein

Im Heimat- und Verkehrsverein sei über die Prädikatisierung nicht gesprochen worden, erklärte der zweite Vorsitzende Jürgen Funk auf Anfrage. Aufgrund der Kosten und der Entwicklung im Ronshäuser Fremdenverkehr könne man die Entscheidung des Parlamentes jedoch „fast verstehen“.

Quelle: HNA

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