Parlamentsmehrheit für Erhalt und Übereignung des Geländes an den Förderverein

Lokschuppen ist am Start

Dieses Foto zeigt den Lokschuppen etwa im Jahr 1970: Er soll bald wieder in neuem Glanz erstrahlen, samt Drehscheibe funktionstüchtig gemacht werden und als Veranstaltungsort hergerichtet werden. Das Foto ist der Broschüre des Fördervereins Industriedenkmal Bahnhof Bebra entnommen. Foto: nh

Bebra. Der Verein Industriedenkmal Bahnhof Bebra kann mit seinem ambitionierten Projekt starten, den Lokschuppen mit Drehscheibe wieder für Dampfloks funktionstüchtig zu machen und einen Veranstaltungsort zu schaffen. Lokschuppen samt Drehscheibe sollen erhalten bleiben. Das beschloss das Bebraer Parlament am Mittwochabend nach eingehender Diskussion.

Die Stadtverordneten beschlossen schließlich zwar nicht einmütig, wie es im Beschluss heißt, aber mit der Mehrheit von SPD-, FWG- und der Fraktion Gemeinsam für Bebra und gegen die Stimmen der CDU-Fraktion, Grundstück und Gebäude weitestgehend zu erhalten. Dem Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra soll das Areal übereignet werden. Die Stadt soll laut Beschluss zusammen mit dem Förderverein notwendige Fördermittel beantragen und das Projekt begleiten und unterstützen.

Christina Kindler (SPD) hatte betont, die Stadt werde finanziell nicht belastet. Man solle nicht fragen, was die Stadt zu verlieren habe, sondern was sie gewinne: ein Identifikationsobjekt für die Bürger, eine Touristenattraktion und einen Veranstaltungsort.

Hingegen hatte Thorsten Bloß, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion gewarnt, Risiken würden in der Euphorie ausgeblendet, müssten aber vom Verein weitgehend allein getragen werden. Es sei gewagt, mit Fördergeld in Millionenhöhe zu rechnen.

„Menschen brauchen auch Kultur und Identifikationsobjekte, sie brauchen Heimat. Der Lokschuppen ist ein Anfang.“

Christina Kindler

Zuvor war ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion abgelehnt worden. Diese hatte vorgeschlagen, den Lokschuppen zurückzubauen und nur die Front-Ansicht sowie seitliches Mauerwerk zu erhalten sowie das Restbauwerk als Industriedenkmal Lokschuppen zu sichern. Die Fläche des Lokschuppens sollte versiegelt werden, die Drehscheibe als Fußgängerzugang zum Ausgang Ost dienen. Das Gesamtareal, so die Vorstellung der CDU, hätte man für Open-Air-Veranstaltungen nutzen können. Für den historischen Bahnbetrieb sollte der Lokschuppen I genutzt werden, der sich aber im Eigentum der Bahn befindet.

Auch Karl-Heinz Lückert (CDU) hatte erklärt, Bebras Zukunft habe mit der Rettung eines Lokschuppens nichts zu tun. Er hatte auf das Defizit aus dem jüngsten Dampflokfest hingewiesen. Von 20 000 Euro wurde gesprochen.

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung sei wegen der historischen Bedeutung für den Erhalt, hatte Volkmar Hanf (GfB) erklärt und betont, es gebe weder Verlierer noch Gewinner, sondern nur Gewinn für Bebra. Hanf hatte zunächst versucht, den CDU-Antrag als Plan B einzubinden, hatte seinen Vorschlag aber wieder zurückgenommen. Auf die bis heute anhaltende Faszination der Bahn und der Dampfloks hatte Klaus Reifschneider (FWG) hingewiesen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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