Abriss – Erhalt – Denkmal

Lokschuppen II: Parlament entscheidet am Donnerstag

+
Der Lokschuppen II in Bebra: Das Parlament wird entscheiden, wie es mit dem Industriedenkmal weitergeht.

Bebra. Zur unendlichen Geschichte entwickelt sich die des Lokschuppens II auf dem Bahnhof Bebra. Die Verhandlungen mit dem Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra seien gescheitert, erklärte der Magistrat, der nun selbst das Heft in die Hand nehmen will.

Ein funktionstüchtiger Lokschuppen samt Drehscheibe und Gleisfächer wie vom Förderverein gewollt, sei nicht möglich, erklärte Bürgermeister Horst Groß (CDU). Der barrierefreie Bahnhof habe Vorrang.

Lesen Sie auch:

- Union: Lokschuppen ein Millionengrab

- Gespräche gescheitert

Magistratsvorschlag: Vorgeschlagen wird dem Parlament ein Beschluss, den Lokschuppen zunächst als Denkmal zu erhalten und anderslautende Beschlüsse aus dem Jahr 2012 aufzuheben. Weiterhin solle noch in diesem Jahr mit 100.000 Euro Fördergeld aus dem Stadtumbauprogramm der Lokschuppen als Denkmal gesichert werden. Damit es das Geld vom Land Hessen gibt, muss bis Ende Juli ein Konzept erstellt werden, wie weiterhin mit dem Ensemble Industriedenkmal Bahnhof Bebra (also auch Schornstein, Kesselhaus und Inselgebäude) umgegangen werden soll.

CDU für Abriss: Die CDU-Fraktion (16 Sitze) wird der Magistratsvorlage nicht zustimmen. Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Thorsten Bloß erklärte bereits, man sei für einen Abbruch des Lokschuppens samt Schornstein, den Erhalt des Gleisfächers und der Drehscheibe als (funktionsloses) Denkmal. Selbst Teile der Lokschuppen-Fassade könnten nicht mehr erhalten werden. Man werde kein Geld mehr in ein Projekt stecken, das sich zum Millionengrab entwickle.

Verhandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft

SPD für Sicherung: Eine andere Linie verfolgt die SPD-Fraktion (13 Sitze). Bürgermeisterkandidatin Christina Kindler und die SPD-Fraktion unter Vorsitz von Gerhard Schneider-Rose erklärten, die Verhandlungsmöglichkeiten zwischen Förderverein und Stadt seien noch nicht ausgeschöpft, Vereinsvertreter hätten nicht immer glücklich agiert. „Und ganz ohne Kosten für die Stadt werden wir auch nicht auskommen, egal, ob wir die drei Objekte (Lokschuppen, Schornstein, Kesselhaus) abreißen oder erhalten“, erklärte Kindler. Man sei gegen den weiteren Einsatz der Abrissbirne, man brauche auch Gebäude, die die Geschichte der Stadt abbilden. Die SPD-Fraktion schlägt vor, den Lokschuppen als intaktes Gebäude zu sichern, um es für künftige Nutzungen zu erhalten. Millionen aus dem Stadtsäckel seien aber unverantwortlich, so Kindler und Schneider-Rose.

GfB will Sicherung: Der Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzende von Gemeinsam für Bebra (GfB, sechs Sitze), Volkmar Hanf, erklärte, seine Fraktion werde dem Magistratsvorschlag zustimmen. Der Lokschuppen solle wieder in die Zuständigkeit der Stadt genommen werden, der Förderverein weiter als Berater wirken. Hanf sagte, es gehe um ein Symbol und historische Verantwortung. Der Lokschuppen sei ein Denkmal, das nicht abgerissen werden müsse, denn es gebe keinen Plan, was sonst dorthin solle. Im Zentrum stehe das Denkmal, nicht die Betriebsfähigkeit.

Der Förderverein: Man hoffe nun auf eine grundsätzliche Entscheidung des Parlaments, das jetzt am Ball sei, erklärte Wolf-Dietrich von Verschuer vom Förderverein.

Das Parlament entscheidet am Donnerstag ab 19 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus.

Quelle: HNA

Kommentare