Loks sollen weiterdampfen - Neuer Verein organisiert Sonderzugfahrten

Fans historischer Dampfloks: Unser Foto zeigt Tobias Mühlbauer gemeinsam mit Freundin Julia Werner vor einem imposanten Exemplar. Foto: nh

Bebra. „Eisenbahn Nostalgiefahrten Bebra“ heißt ein neuer Verein in Bebra, der Sonderzugfahrten mit historischen Loks und Wagen organisieren will.

Den Fahrgästen sollen ganz besondere Fahrtage angeboten werden - mit Programm am Zielort. So führt die erste Fahrt am zweiten Adventssamstag, 8. Dezember, nach Würzburg zum Weihnachtsmarkt.

Wegen interner Probleme hat sich der Verein „Die Dampfmacher“, der bisher Fahrten mit historischen Loks und zwei Dampfloktreffen organisiert hat, Ende 2011 aufgelöst. Alle fünf Bebraer Dampfmacher sind nun in dem neuen Verein engagiert, der sich vor vier Wochen gegründet hat. Die anderen der bisher elf Mitglieder kommen aus Vellmar, Hanau, Bad Karlshafen und Thüringen.

Vorsitzender Tobias Mühlbauer erklärt, man habe selbst keine Fahrzeuge, diese werden vielmehr vom Verein angemietet. Man möchte den Fahrgästen einen schönen Tag ermöglichen und gleichzeitig den Einsatz der historischen Schienenfahrzeuge unterstützen. Deren Unterhalt ist ein teurer Spaß. So ist alle acht Jahre eine Hauptuntersuchung fällig, bei der die ganze Dampflok in ihre Einzelteile zerlegt werden muss. Kostenpunkt: 500 000 Euro.

Alle 200 Kilometer Wasser

Auch die Organisation der Fahrten ist mit großem Aufwand verbunden. So müssen Lok und Wagen beschafft, Preise kalkuliert und ein Fahrplan aufgestellt werden. Alle 200 Kilometer braucht eine große Lok zum Beispiel Wasser, damit sie ihre Fahrt fortsetzen kann, pro Kilometer müssen drei Euro Trassengebühr an die Bahn gezahlt werden. Zudem sorgen Tobias Mühlbauer und sein Team für ein attraktives Programm am Zielort.

Tobias Mühlbauer selbst ist von Beruf Elektroniker und hat sich seine Kenntnisse über Lokomotiven angeeignet. Sein Opa war bei der Bahn, aber die Begeisterung für die alten Loks hat er von seinem Vater, Gerhard Mühlbauer, geerbt. Der organisierte 1999 das erste Bebraer Dampfloktreffen.

Tobias Mühlbauer (24) hat die Veranstaltung dann 2006 erstmals auf die Beine gestellt, 2008 war es die Interessengemeinschaft (IG) 150 Jahre Friedrich Wilhelm Nordbahn, deren Vorsitzender ebenfalls Mühlbauer ist. Zwei Jahre später war wieder Mühlbauer federführend. Die IG Nordbahn beschäftigt sich vor allem mit Modellbau, „aber die großen Loks liegen mir mehr am Herzen als das Modell“, sagt Tobias Mühlbauer.

Klang fasziniert

Ihn fasziniert der Klang der großen Loks, wenn sie fahren, ihr Zischen, die Geräusche. Eine Dampflok muss „gefüttert“ werden und Wasser bekommen, damit sie rollen kann. „Eine Lok lebt“, bringt es der Bebraner auf den Punkt. Hinzu kommen die fröhlichen Gesichter der Menschen, die eine Dampflok in Aktion sehen.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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