Lohnunternehmer-Betrieb feiert 25-jähriges Jubiläum

Schlagkräftiges Team: Lohnunternehmer Markus Bengsch (hinten, Zweiter von links) mit einigen seiner zwölf Mitarbeiter. Foto: Meyer

Rotenburg. Der Lohnunternehmer-Betrieb von Markus Bengsch wird dieses Jahr 25 Jahre. Moderne Technik und Schlagkraft machen sein Rotenburger Unternehmen aus.

Die wuchtigen Traktoren, gigantischen Güllefässer und monströsen Mähdrescher erinnern kaum noch an das Bild vom kleinen Bauernhof. Es scheint eher, als würden hier Riesen Landwirtschaft betreiben wollen. „Moderne Technik und Schlagkraft“ - mit diesen Worten benennt Markus Bengsch die Punkte, die sein Rotenburger Unternehmen stark machen. In diesem Jahr feiert sein Land- und Forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer-Betrieb 25-jähriges Jubiläum.

Das Geschäftsmodell: Bengschs Mitarbeiter und Maschinen erledigen für Landwirte Feldarbeit von der Aussaat bis zur Ernte. Waldbesitzern nehmen sie die Holzernte ab, werden von Kommunen und Straßenmeistereien für Baumschnitt und -pflege gerufen und von Betreibern von Biogasanlagen, um Gras und Mais zu ernten und Gülle und Gärreste zu transportieren.

Bengsch ist gelernter Forstwirt und war auf dem Forstamt beschäftigt, als er 1990 beschloss, in die Teilselbstständigkeit zu gehen. Als Reaktion auf einen verheerenden Windwurf kaufte er einen Unimog mit Forstausrüstung und beseitigte Sturmschäden. Später schaffte er Traktoren und einen Mähdrescher an. 2007 gab er seine Anstellung auf und investierte im großen Maßstab. Dutzende großer Maschinen gehören heute zu seinem Fuhrpark, zwölf Mitarbeiter sind fest beschäftigt. Saisonkräfte decken die Arbeitsspitzen ab.

In vielen landwirtschaftlichen Betrieben könnten Maschinen nicht ausgelastet werden, sodass sich ihre Anschaffung für die Bauern nicht lohne, erklärt Bengsch. Der Markt zwinge die Landwirte außerdem zur Spezialisierung. Jenen, die sich ganz auf die Viehhaltung konzentrieren müssen, nimmt Bengsch die Feldarbeit ab. Das alles organisiert Markus Bengsch persönlich, ohne Büro, mithilfe eines robusten Handys in seiner Tasche und oft direkt vom Feld aus. Zu seinem Team gehören Landwirtschaftsmechaniker und Maschinenschlosser, die 90 Prozent der anfallenden Reparaturen direkt auf dem Gelände am Hinteren Breitenbacher Weg erledigen, auf dem er seine Maschinen lagert. Durch die Holzernte kann Bengsch seine Mitarbeiter über den Winter halten.

Ab 2016 wird er auch Fachagrarwirte ausbilden. Weiter wachsen soll das Unternehmen aber nicht, das Bengsch in einigen Jahren an seine drei Söhne abgeben möchte, die sich alle für Landwirtschaft begeistern.

In Zahlen: 1500 Hektar abgeerntet

Ob Getreide, Gülle oder Holz: Die Mitarbeiter von Markus Bengsch haben gut zu tun.

68 große Maschinen gehören zum Fuhrpark, darunter 16 Traktoren, vier Mähdrescher sowie zwei Harvester für die Holzernte.

1500 Hektar Getreidefläche haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr abgeerntet. Die Kunden von Bengsch kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern, zum Beispiel aus Gotha, Kassel oder Alsfeld. 15 000 Tonnen Getreide wurden transportiert.

2500 Hektar Maisfläche haben die Maschinen im Jahr 2014 abgeerntet und gehäckselt. Der Mais diente als Tierfutter oder kam in Biogasanlagen.

18 000 Festmeter Holz wurden im vergangenen Jahr im Auftrag von Waldbesitzern eingeschlagen.

30 000 Kubikmeter Gülle und Gärreste wurden im vergangenen Jahr in großen Güllefässern transportiert.

320 000 Liter Diesel haben die Landmaschinen im Jahr 2014 verbraucht.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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