Im Schnitt 33 Euro mehr seit 2005 – Niedriglohnsektor wächst

Löhne steigen im Kreis langsamer als in Hessen

Hersfeld-Rotenburg. Wie in ganz Hessen hat in den vergangenen Jahren auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg der Arbeitsmarkt geboomt: Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich gesunken, zwischen 2005 und 2012 wurden in Waldhessen 4083 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen.

Bei der Lohnsteigerung hinkt der Kreis jedoch hinter der Landesentwicklung hinterher.

Das zeigen Zahlen der Arbeitsagentur, die die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) veröffentlicht hat. Zwischen 2005 und 2010 legte der durchschnittliche Bruttolohn im Kreis um 33 Euro zu. Damit fiel das Gehaltsniveau von Platz 22 in Hessen um drei Ränge auf den vorletzten Platz. Nur im Werra-Meißner-Kreis fiel die Steigerung noch geringer aus (18 Euro). Hessenweit hingegen stieg der Medianlohn im selben Zeitraum um 138,50 Euro. Dieser Durchschnittswert zeigt die Mitte des Lohngefüges an: Die eine Hälfte der Arbeitnehmer verdient mehr, die andere weniger als der Medianlohn.

Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der VhU Nordhessen, führt diese geringe Lohnsteigerung auf die besonders starke Entwicklung des Dienstleistungssektors in der Region zurück, in dem viele neue Arbeitsplätze geschaffen wurden: „Ich freue mich über diese Entwicklung, weil sich dadurch die Beschäftigungssituation insgesamt verbessert.“

Von einer Zunahme der prekären Beschäftigungsverhältnisse spricht hingegen Michael Rudolph, DGB-Geschäftsführer Nordhessen: „Es gibt mehr Arbeitsplätze, es gibt aber keinen Grund zum Jubeln, wenn gleichzeitig immer weniger Beschäftigte von ihrem Lohn den Lebensunterhalt bestreiten können.“ Während es in vielen Branchen gute Tarifabschlüsse gab, sorge das niedrige Lohnniveau im Dienstleistungssektor für einen stagnierenden Durchschnittslohn.

Mehr lesen Sie in unserer gedruckten Samstagsausgabe.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

Kommentare