Loblied aufs Volkslied

Workshop mit Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel in Heinebach

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Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel beim Singen mit den Workshop-Teilnehmern im Haus der Generationen in Heinebach.

Heinebach. Karl-Heinz Wenzel steht hinter einem Keyboard, den Blick auf die Noten, die Hand erhoben. „Die Altstimme wiederholt“, gibt er vor und schnippt mit den Fingern. Der Workshop des Sängerkreises Alheimer mit dem Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel war für alle Beteiligten eine Freude. 

Zugleich war er ein Plädoyer für das deutsche Volkslied und ein Aufruf an alle Sängerinnen und Sänger, in Chören Verantwortung zu übernehmen oder gar einen Chor zu leiten.

Stimmbildung und Haltung

Mit mehr als 70 Sängerinnen und Sängern aus den Sängerkreisen Alheim, Heiligenberg, Hersfeld und Werra-Meißner arbeitete Wenzel an Stimmbildung, Körperhaltung und Rhythmus und übte mit ihnen fünf Partituren aus dem Chorbuch „Unsere Volkslieder“ ein, darunter „Kein schöner Land“, „Wenn die bunten Fahnen wehen“ oder „Heißa, Kathreinerle“.

Erstmalig lud der Sängerkreis Alheimer zu einem Workshop dieser Art ins Heinebacher Haus der Generationen. „Es fehlen viele Chorleiter“, erklärte Bernd Mettelem, Bezirkschorleiter des Sängerbezirks Lützelstrauch. Zwar sei der Sängerkreis mit knapp 50 Chören gut bestückt, aber: „Alle Chöre haben Nachwuchssorgen.“

Dabei war es kein Zufall, dass Karl-Heinz Wenzel Partituren für traditionelle deutsche Volkslieder mitgebracht hatte. Die Organisatoren des Workshops wollten das deutsche Liedgut in den Mittelpunkt stellen.

Warum mit Füßen treten?

Deutsche Chorleiter, das berichtete Kreischorleiter Josef Koster, die im Ausland als Wertungsrichter tätig seien, würden dort immer wieder gefragt: „Warum treten die Deutschen das Volkslied mit Füßen?“ Einfache und bekannte deutsche Volkslieder sollten wieder mehr gesungen werden.

Bernd Mettelem zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf das Angebot des Workshops. „Wenn nur zwei der Teilnehmer sagen: Ich möchte auch Chorleiter werden, dann ist das ein Erfolg“, sagte er. Michael Werner, Vorsitzender des Sängerkreises, kündigte an, Veranstaltungen dieser Art sollten künftig im Zwei-Jahres-Takt stattfinden.

Anregung mitgenommen

Hans-Joachim Hartig, seit einem halben Jahr Leiter des Chores Popcorn in Gilfershausen, war einer der Teilnehmer. Einsing- und Atemübungen nimmt er aus dem Workshop unter anderem mit in seine Arbeit, außerdem die Anregung, auch mit seinem eher modern ausgerichteten Chor vielleicht mal ein Volkslied einzuüben.

Denn im Buch „Unsere Volkslieder“ fänden sich anspruchsvoll und modern arrangierte Stücke. (zmy)

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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