Kläranlage wurde abgeschaltet

Unfall beim Betanken: 200 Liter Heizöl laufen in Kanal

Rotenburg. Bis zu 200 Liter Heizöl sind am Dienstagmorgen in die Rotenburger Kanalisation geflossen. Laut Polizei war während des Betankens eines Heizöltanks die Hauszuleitung geplatzt. Dabei wurde der Fahrer des Tankwagens leicht verletzt.

Der Unfall hat sich gegen 8 Uhr an der Vilmarstraße in Rotenburg ereignet. Als die Zuleitung zum Tank im Keller des Hauses brach, waren bereits 1600 Liter durch das Rohr geflossen, teilte Polizeisprecher Manfred Knoch mit. Als die Muffe riss, habe der 53-jährige Fahrer unmittelbar daneben gestanden. Das Heizöl spritzte ihm direkt in die Augen, sodass er im Krankenhaus behandelt werden musste.

Durch den Druck auf der Leitung seien etwa 100 bis 200 Liter Heizöl in den Keller und von dort über einen Abfluss in den Kanal geflossen. Laut Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke Rotenburg, stellen 200 Liter Heizöl kein Problem dar. Erst bei größeren Mengen bestehe die Gefahr, dass die gesamte Biologie der Kläranlage in Braach zerstört werde. Für das wenige Heizöl, das gestern bis zur Kläranlage gelangte, lag bereits Bindemittel am Einlauf bereit. Was damit aufgesaugt wird, muss als Sondermüll entsorgt werden.

Artikel aktualisiert um 18.15 Uhr

Der Kanal in der Vilmarstraße werde auf einer Länge von 100 Metern gespült. Das soll verhindern, dass das Öl den Beton der Rohre angreife. Entgegen den ursprünglichen Angaben der Polizei sei die Kläranlage nicht abgeschaltet worden: „Das können wir gar nicht“, sagte Heckeroth, denn dann würde das Abwasser unkontrolliert in die Fulda gelangen.

Warum die Hausleitung zum Öltank riss, ist noch unklar, sagte Polizeisprecher Knoch. Die Umweltpolizei bei der Polizeistation Rotenburg habe die Ermittlungen aufgenommen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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