Vor 2020 wird sich nichts ändern

Lispenhäuser Bahnsteig bleibt Problem - Bahn vertröst

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Problem bekannt, Abhilfe mal wieder verschoben: Der Ein- und Ausstieg in den Cantus Richtung Kassel fällt schon normal beweglichen Menschen nicht leicht. Nahezu unüberwindbar ist die fast 50 Zentimeter hohe Stufe für ältere Menschen mit Rollator oder schweren Koffern sowie für Väter und Mütter mit Kindern. Hier helfen Ortsvorsteher Peter Müller (Mitte) und eine Reisende aus dem Zug Eric Hofmann mit Tochter Mia im Buggy beim Einsteigen.

Lispenhausen. Erneute Hiobsbotschaft im Zusammenhang mit dem Bahnsteig in Lispenhausen: Vor 2020 wird sich an dem kinder- und seniorenfeindlichen Zustand nichts ändern.

Das geht aus einem Schreiben des Bahnbevollmächtigten Dr. Klaus Vornhusen an den SPD-Landtagsabgeordneten Dieter Franz hervor.

Es ist ein ständiger Aufreger und das schon seit vielen Jahren: Der Bahnsteig in Lispenhausen, der auch von vielen Pendlern aus umliegenden Orten genutzt wird, ist in Richtung Kassel in einem unzumutbaren Zustand für alle, die nicht jung oder mindestens sportlich sind.

Mit Kinderwagen oder Rollator hat man nur dann eine Chance, in den Cantus steigen zu können oder ihn zu verlassen, wenn hilfsbereite Menschen in der Nähe sind. Helfen soll auch das Cantus-Personal. Ortsbeirat, Stadt, Landtagsabgeordneter Franz, selbst der NVV haben sich in den vergangenen zehn Jahren immer wieder bei der Bahn dafür eingesetzt, den Bahnsteig endlich zu renovieren und anzuheben. Bevorzugt wird dabei eine Verlegung direkt gegenüber des Bahnsteiges in Richtung Fulda. Während der Bahnsteig in Richtung Fulda im Zuge des Programms 55 bereits 2006 angehoben wurde, war der in die andere Richtung verschoben worden.

2010 hieß es, der Bahnsteig Richtung Kassel werde erst 2025 in Angriff genommen, weil ein Zusammenhang mit dem Bau eines elektronischen Stellwerks in Gunterhausen bestehe. 2013 verkündete der damalige Chef des NVV, Wolfgang Dippel, dass der Bahnsteig 2017 saniert werden solle, weil dieser Zusammenhang nicht mehr bestehe. Getan hat sich zwischenzeitlich nichts. Im Mai hatte der Ortsbeirat einen erneuten Vorstoß unternommen, den Bahnsteig und das Bahnhofsumfeld sanieren zu lassen.

Landtagsabgeordneter Dieter Franz fragte ebenfalls bei der Bahn nach, wie es um das Projekt aktuell bestellt ist. Er fasst das Antwortschreiben des Bahnbevollmächtigten so zusammen: „Da wird nur verzögert - bis zum St. Nimmerleinstag.“ Dennoch will er nicht aufgeben: „Man muss immer nachbohren, sonst fühlen sich die Herren bestätigt.“

Ortsvorsteher Peter Müller ist empört über die aktuellen Erkenntnisse. Und auch die SPD-Fraktion, der das Schreiben des Bahnbevollmächtigten durch Dieter Franz zugegangen ist, will aktiv werden: „Wir werden versuchen, noch eine Resolution in die nächste Stadtverordnetenversammlung zu bringen“, sagte Vorsitzender Volker Heise.

Vornhusen hatte mitgeteilt, dass sich das Projekt Modernisierung der Verkehrsstation erst im Planungsbeginn bei DB Station und Service befinde. Deshalb sei es nicht in das Investionsprogramm ZIP für barrierefreien Ausbau kleinerer Verkehrsstationen aufgenommen worden. Dafür war vom Bund der Zeitraum 2016 bis 2020 vorgegeben worden.

Nun sei die Realisierung des Projekts in Lispenhausen für eine Folgerahmenvereinbarung „Modernisierung der Personenbahnhöfe in Hessen“ ab dem Jahr 2020 vorgesehen. Dazu hätten gerade die Gespräche zwischen Land, Bahn und Aufgabenträgern begonnen.

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Quelle: HNA

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