Nach 19 Jahren hat Sonja Schelewsky die Leitung der Gemeindebücherei abgegeben

Am liebsten liest sie Krimis

Viel Erfahrung: Sonja Schelewsky, rechts im Bild, hat 19 Jahre lang die Gemeindebücherei in Ronshausen geleitet. Ihrer Nachfolgerin Carola Rudloff, links, möchte sie gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Foto:  Hefter

Ronshausen. Als Sonja Schelewsky 1993 beim Blick in die Zeitung das Stelleninserat entdeckte, wusste sie sofort: „Das ist genau das Richtige für mich“. Die Gemeinde Ronshausen suchte per Annonce eine Leiterin für die Gemeindebücherei - und Sonja Schelewsky eine neue Aufgabe. Ihre Bewerbung hatte Erfolg. 19 Jahre lang erledigte sie ihre Arbeit gewissenhaft und mit viel Engagement - bis zum 31. März dieses Jahres. Aus gesundheitlichen Gründen hat sie den Schlussstrich gezogen: „Schweren Herzens“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Arbeit in der Bücherei hat mir so viel Spaß gemacht.“

Die inzwischen 64-Jährige ist selbst eine begeisterte Leserin - am liebsten Krimis. Liebesromane sind dagegen gar nicht ihr Ding. An ihrer Aufgabe als Leiterin der Gemeindebücherei faszinierte sie nicht nur der Umgang mit Büchern. „Der Kontakt zu den Lesern und der Austausch mit ihnen hat mir große Freude bereitet“, betonte sie. „Durch meine Arbeit habe ich viele Menschen kennengelernt.“

Die Gemeindebücherei mit einem Bestand von 3500 Büchern hat aktuell 500 Nutzer, knapp die Hälfte sind Kinder bis zwölf Jahre. Im vergangenen Jahr zählte man 5700 Entleihungen, davon 2900 im Kinder- und Jugendbereich. Die Leser kommen nicht nur aus Ronshausen, sondern auch aus benachbarten Orten. Jeden Montag ab 17 Uhr hat die Bücherei im Haus des Gastes für zwei Stunden geöffnet. Sonja Schelewsky war aber immer schon eine Stunde vorher da, um alles vorzubereiten. „Und hinterher dauerte es noch einmal eine Stunde, bis auch das letzte Buch wieder an seinen Platz geräumt war.“ Zu ihren Aufgaben gehörten auch die Auswahl und der Einkauf neuer Bücher, etwa 180 pro Jahr. Dafür studierte sie Bestseller-Listen, las Prospekte mit Neuerscheinungen und sammelte Tipps und Wünsche der Leser. Außerdem reparierte sie beschädigte Bücher und sortierte unbrauchbar gewordene Exemplare aus.

Für Schulklassen hat Sonja Schelewsky die Bücherei auch des Öfteren vormittags geöffnet - und dadurch viele junge Leser dazugewonnen. Die Jungen und Mädchen von heute mögen andere Bücher als frühere Generationen, so ihre Erfahrung. „Hanni und Nanni will keiner mehr lesen“, berichtete sie.

Drachen oder Feen

Stattdessen bevorzugten die Kinder zum Beispiel Geschichten von Drachen oder von Feen. Klassiker wie die Bücher von Astrid Lindgren gingen aber immer. „ Trotz Internet sind auch Sachbücher bei Kindern sehr gefragt, insbesondere wenn sie ein Thema in der Schule durchnehmen.“

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die von ihr organisierten Vorlesenachmittage, die in der Regel in der Oster- und Weihnachtszeit stattfanden. Einmal im Jahr lud sie die erwachsenen Leser zu einer Abendveranstaltung ein, um die neu angeschafften Bücher vorzustellen. Das kostete ziemlich viel Vorbereitungszeit, denn jedes Exemplar musste zumindest quergelesen werden.

Den Kontakt zur Gemeindebücherei möchte Sonja Schelewsky weiterhin halten und ihre Nachfolgerin Carola Rudloff bei Bedarf unterstützen. Carola Rudloff ist 45 Jahre alt, Arzthelferin von Beruf und eine gebürtige Ronshäuserin.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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