Lieblingsorte: Grünen-Kandidatin Kinkel kommt auf Pferde-Koppel zur Ruhe

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Erholung pur: Auf der Koppel oberhalb Hönebachs findet Kaya Kinkel, Landtagskandidatin der Grünen, einen willkommenen Ausgleich zu ihrem politischen Engagement. Vertrauensvoll wird sie von Pferd Charly begrüßt.

Am 22. September werden Bundestag und Landtag gewählt. Unsere Zeitung war mit den Direktkandidaten aus der Region, deren Parteien bereits im Parlament vertreten sind, an deren Lieblingsorten. Heute: Kaya Kinkel, Landtagskandidatin der Grünen für den Wahlkreis 10 (Rotenburg).

Hönebach. Von einer Herde Pferde umringt steht Kaya Kinkel auf einer Koppel oberhalb des Wildecker Ortsteils Hönebach und genießt den Blick auf das idyllische, zwischen Getreidefeldern und dem Waldhesrand eingebettete Tal. 20 Jahre ihres Lebens hat sie in dem 880-Seelen-Ort verbracht, und beinahe genauso lange gehören Pferde schon zur Familie.

"Hier komme ich am besten zur Ruhe", sagt die 26-Jährige. Ein typisches Pferdemädchen sei sie aber nicht, schiebt sie sogleich energisch hinterher. Mit Glitzerponys und Pferde-postern konnte sie noch nie etwas anfangen. "Ein anstrengender Tag draußen und mit Pferden, bei dem ich mich richtig verausgaben kann, macht mich glücklich."

Zum Umgang mit den Pferden gehöre eine gesunde Vertrauensbasis. "Auch in der Politik sind Werte wie Bodenhaftung und Tatkraft unverzichtbar", erklärt Kaya Kinkel, die als Direktkandidatin für Bündnis 90/ Die Grünen in die Landtagswahl am 22. September zieht.

"Ich will und kann etwas verändern", erklärt sie. Um jeden Preis wolle sie ein politisches Amt aber nicht bekleiden. "Wenn ich keine Ideale mehr habe, will ich auch keine Politik mehr machen."

Umwelt als Politikmotiv

Lange Zeit habe sie sich parteipolitisch nicht festlegen können, erzählt die zierliche Brünette beim Rundgang über die Koppel.

Erst ein Praktikum beim Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie habe ihr die Augen geöffnet. Das Institut verknüpfe in seiner Forschung ökologische Fragestellungen mit solchen des ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels. "Damit hatte ich mein Thema gefunden", erklärt die Studentin für Nachhaltiges Wirtschaften. "Der Blick für das Ganze, die Verbindung von Umwelt, Wirtschaft und Sozialem, war mir besonders wichtig. Und dafür kamen nur die Grünen infrage." Im Jahr 2007 wird sie Mitglied der Grünen Jugend, 2008 tritt sie den Grünen bei. Ab 2011 ist sie für ein Jahr Vorsitzende des Landesverbands der Grünen Jugend in Hessen.

"Im politischen Geschäft ist nicht alles positiv", sagt die 26-Jährige. Mittlerweile habe sie sich ein dickes Fell zugelegt. Besonders ihre Jugend müsse sie sich oft vorhalten lassen: "Das Argument, mir fehle es an Lebenserfahrung, ist Unsinn", sagt die studierte Medienwirtin, die parallel zum Studium schon mehrere Jahre Berufserfahrung sammeln konnte, entschieden. "Ich bin aus Überzeugung politisch aktiv und möchte die Perspektive der Jüngeren in der Landespolitik vertreten, die ja noch viele Jahre mit den Folgen heutiger Entscheidungen leben müssen."

Deswegen liege ihr sehr daran, junge Leute an die Wahlurnen zu bringen. "Vielleicht gelingt mir das ja besser als den alteingesessenen Politikern", sagt die Studentin lächelnd. Der Spaziergang über die Koppel ist beendet. Kaya Kinkel verabschiedet sich mit einem leichten Klopfen von den Pferden. "Erst kürzlich war eine Freundin zu Besuch, die vom Land nach Berlin gezogen ist", erzählt sie noch. Die sei begeistert gewesen sie habe einfach vergessen, wie schön es hier sei.

Kaya Kinkel soll das nicht passieren sie will sich ihrer Wurzeln stets bewusst bleiben.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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