Gabriele Kunkel stammt aus Bebra und hat ein Buch über Spezialitäten geschrieben

Liebeserklärung an Italien

Kindheit in Bebra, heute im Piemont: Gabriele Kunkel mag Menschen und Leckereien in ihrer Wahlheimat. Foto: nh

Bebra/Hannover. Am Anfang stand der Traum von einem eigenen Haus in Italien. Vom langen, oft buchstäblich steinigen Weg, bis aus diesem Traum Wirklichkeit wurde, erzählt die aus Bebra stammende Gabriele Kunkel in ihrem Buch „Ein italienischer Sommer“. Das Besondere: Das aufwendig gestaltete, 240-Seiten starke Werk ist auch oder vor allem Kochbuch.

„Rezepte und Geschichten“ heißt denn auch der Untertitel und fasst schlicht-treffend zusammen, was den Leser erwartet. Gabriele Kunkel, die heute an der Universität in Hannover Professorin für Design und Kommunikation ist, erzählt von Begegnungen mit italienischen Originalen und vor allem vom Essen: Rezepte in Hülle und Fülle stellt sie vor. Vom schlichten Grundrezept für Pasta und Pizza über leckere Schmortöpfe und einfache Fischgerichte bis hin zu süßen Köstlichkeiten wie Feigentarte mit Torronecreme und Basilikumgelee reicht die Bandbreite ihres persönlichen Geschmacks.

Lage und Pressart

Dazu gibt es eine ausführliche und reich bebilderte Warenkunde – auch sie oft eingebettet in persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. So erfährt man über vier Seiten zum Beispiel, dass Olivenöl nicht einfach Olivenöl ist, dass es auf Säuregrade, Pressart, Lage und Olivensorte ankommt, wenn man seinen persönlichen Favoriten ausfindig machen will.

Zur Herkunft der Rezepte erzählt Kunkel kleine Geschichten, gibt Tipps, wie man den Verzehr der Leckereien noch verfeinern kann, und sie stellt die Menschen vor, die sie mitessen ließen und ihr Rezepte verrieten. Dass man dazu auch eine Menge über den passenden Wein lernt, gehört sich für die italienische Küche und für deren großen Fan Gabriele Kunkel, die in ihrem Buch dazu auch die Fachfrau Karen Kloß zu Wort kommen lässt.

Gabriele Kunkel (51) hat in Bebra den Realschulabschluss gemacht, zog dann mit ihrer Familie nach Fulda und studierte später in Kassel.

Ihr Traumhaus fand sie schließlich – nachdem sie zwischenzeitlich den Plan dazu schon fast aufgegeben hatte – im Piemont. Dort lebt sie mehrere Monate im Jahr. Schmökert man in ihrem Buch, versteht man, warum. Es ist eine bild- und schriftgewordene Liebeserklärung an das Land, in dem Zitronenbäume blühen, und an die Menschen, die darin leben und deren oft beneidenswerte Gelassenheit. Sie schreibt nach einem Besuch bei ihrem Käsehändler: „Es ist fast sinnlich, wie Mauro mit diesem herrlichen Ricotta umgeht. Und in diesem Moment wird mir klar, was das wirkliche Geheimnis der italienischen Küche ist. Es ist die Liebe zu den Dingen, der Stolz auf das, was man tut.“

Auch Gabriele Kunkel zeigt in ihrem Buch die Liebe zu den Dingen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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