Elke und Michael Pfeiffer aus Bebra haben sich vor 50 Jahren in der Apotheke verliebt

Liebe auf Rezeptschein

Jubelpaar: Elke und Michael Pfeiffer am Tag ihrer Hochzeit. Foto: nh

Bebra. Bei der Lehre kam die Liebe: Elke und Michael Pfeiffer haben sich in einer Gothaer Apotheke kennengelernt. Vor 50 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort. Heute feiern die beiden Bebraner ihre goldene Hochzeit.

Kennengelernt haben sich die beiden im September 1961. Michael Pfeiffer hatte gerade sein Abitur in der Tasche, allerdings fehlte ihm der Studienplatz. Deshalb wollte er von der DDR in die Bundesrepublik ziehen. „Aber die Mauer kam dazwischen“, sagt er. Und so kam es anders: „Ich erlernte den Beruf des Apothekenhelfers und lernte dadurch meine Zukünftige kennen.“

Zwei Jahre später ließen sich die beiden trauen: Am 31. August 1963, einem Samstag, ging es für Elke und Michael Pfeiffer erst zum Standesamt und dann in die Kirche. An diesen Tag erinnert sich Pfeiffer auch 50 Jahre später noch ganz genau: „Der besorgte Blumenstrauß für die Kirche gefiel meiner Braut nicht.“ Ein neuer musste her. „Das war in der Ostzone schwierig“, sagt Pfeiffer. Aber nicht unmöglich – und so stand auch dem Gang vor den Altar nichts mehr im Weg.

Gefeiert wurde, wie in Thüringen üblich, im Hause der Braut mit gutem Essen, vielen Getränken und noch mehr Gästen.

Zwei Tage nach der Hochzeit bekam Pfeiffer einen Studienplatz an der Uni Greifswald. Er studierte Pharmazie und leitete bis 1986 eine Apotheke in der DDR. Dann verschlug es ihn doch noch auf die andere Seite der Mauer: In der Bundesrepublik war er erst sieben Jahre angestellter Apotheker, dann sieben Jahre Inhaber einer Apotheke und später Honorar-Apotheker. 1989 folgte Elke Pfeiffer ihrem Mann in den Westen. Die Diplom-Pharmazie-Ingenieurin wurde fast drei Jahre von den Kommunisten an der Ausreise gehindert.

1990 wurde das Ehepaar in Bebra sesshaft. Gemeinsam bauten sie ein Haus, und Pfeiffer war viele Jahre für die CDU im Bebraer Stadtparlament aktiv. Das Ehepaar hat drei Kinder, sechs Enkel und ein Ur-Enkelkind. „Unser jüngster Sohn ist mit 26 Jahren tödlich verunglückt“, sagt er. Auch er war Apotheker. Bis zu seiner Rente 2007 führte Pfeiffer die Apotheke seines Sohnes in Herrenberg bei Stuttgart weiter. Nun genießen er und seine Ehefrau ihre gemeinsame Rente in Bebra. „Wir wandern viel, schwimmen täglich und verreisen gern“, sagt Pfeiffer. (red/vko)

Quelle: HNA

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