Martin Lüker im Bürgersaal - Mit Liebe zu Heinz Erhardt

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Rasant und kurzweilig: Mit flinken Fingern und spaßigem Sprachwitz – Martin Lüker im Rotenburger Bürgersaal.

Rotenburg. Martin Lüker präsentierte am Sonntagabend in Rotenburg eine Hommage an den großen Heinz Erhardt. Mit flinken Fingern und spaßigem Sprachwitz sorgte der Komiker aus Ostwestfalen für gute Stimmung im fast ausverkauften Bürgersaal.

Dass alle vorher noch mal beim Friseur gewesen sind, stellt Martin Lüker fest, als er sein Publikum begrüßt, aber: „Ist wohl nicht jeder dran gekommen!“ Ein Vorgeschmack auf den mal schwarzen, mal beißenden und hintersinnigen Humor, der den Heinz-Erhardt-Abend prägen sollte und die vielen Gäste im fast ausverkauften Rotenburger Bürgersaal zum Schmunzeln brachte.

Martin Lükers Hommage an den großen Komiker der Nachkriegszeit war nicht nur eine glänzend vorgetragene Auswahl von Liedern und Gedichten Erhardts, sondern auch eine rührende Liebeserklärung eines Musikers und Spaßmachers an einen anderen. Der versuchte, absichtlich nicht ganz gelungen, zu erklären, was die beiden außer dem gemeinsamen Humor noch gemeinsam haben: „Dein Vater hatte ein Musikgeschäft in Riga, meiner hatte - eine künstliche Hüfte.“

Rasant und kurzweilig ist der Vortrag Lükers, der Grimassen schneidet, aufspringt, auf der Bühne tobt, sich wieder hinter das Keyboard setzt und die Finger flink und gekonnt über die Tasten fliegen lässt, während er die von Sprachwitz durchzogenen Reime Erhardts vorträgt. Kostprobe: „Falls fallend du vom Dach verschwandest, so brems, bevor du unten landest.“ Oder: „Wenn einer viele Fraun sich nahm, so nennt man sowas polygam, genügt ihm aber eine schon, nennt man den Zustand monoton.“

Im Programm bleibt auch Platz für Martin Lüker, den Unterhalter selbst. Der stammt aus Ostwestfalen („Da gab’s nur Schweine und mich“) und versuchte schon bei Lehrern und Mitschülern sein Glück mit solchen Späßen und Witzen, die er in Rotenburg unter jene des großen Meisters mischte: „Ein Satz mit Göteborg? - Schiller sagte guten Tag, Göthe, borg mir mal ne Mark.“

In Rotenburg begeisterte Lüker sein Publikum, auch wenn der bescheiden dichtete: „Dein Humor, der ist auch meiner, doch du bist Heinz, und ich bin kleiner.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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