Weiteröder Mundart-Gruppe hatte zum Nachmittag in „Ellis Saal“ geladen

Weiterode. Zum Abschluss der Spielsaison des Kulturvereins „Ellis Saal“ hatte die vor gut einem Jahr gegründete Weiteröder Mundart-Gruppe am Sonntag zum großen Spektakel eingeladen: Mundart, Mandolinen und Männergesang.

Und der Wettergott hatte es gut mit den „Strippern“ gemeint: herrliches Frühlingswetter verschaffte den Weiterödern einen tollen Zulauf.

„Damit nicht vergessen wird, wie im alten Weiterode gelebt, geredet, gespielt und gesungen wurde“, wie Klaus Wittich bei der Begrüßung betonte und wie es dem begeisterten Publikum plastisch vor Augen geführt wurde. Angefangen bei den unvergessenen, von Leonhard König und Wilhelm Blackert geschriebenen und vom Männergesangverein in karierten Hemden und Hosenträgern vorgetragenen Heimatliedern bis hin zum gemeinsam gesungenen Hessenlied - es stimmte einfach alles.

Besonders eindrücklich waren die vielen „Schwidden“. So erzählte Karl Wetterau von der ersten Kirmes nach dem Krieg, vom Sportplatzbau, vom Schlachtekohl und von einer ganz besonderen Open-Air-Veranstaltung, bei der die Biergläser noch mit Ulfe-Wasser gespült wurden.

Voller Mitleid konnte das Publikum mitfühlen, wie er nach einem Fest ein in Weiterode hängen gebliebenes „Mariannchen“ auf einer Fahrradstange nach Hause fahren wollte und wie er dabei mit der Polizei in Konflikt geriet. Das Ende vom Lied: Nach einem überraschenden Ausweichmanöver von Karl landeten die ihn auf einem Motorrad verfolgenden Polizisten vor Kaspar Ifflands Scheunentor.

Einer der Höhepunkte des Nachmittags war der Auftritt von Karl Heise. In Eisenbahneruniform und überaus authentisch trug der Ur-Weiteröder ein Gedicht von Peter Holstein vor, in dem dieser lebensnah, lustig, dann aber immer nachdenklicher werdend schildert, wie Hans, Hemm und Heiner auf einem abschüssigen Weg mit ihrem von zwei Kühen gezogenen, völlig überladenen Mistwagen „Schiffbruch“ erleiden.

Werner Herwig las seinen Schulaufsatz über „Großmutters Scherzel“ vor, in dem die bis zu den Schuhen reichende Schürze verherrlicht und der guten alten Oma ein Denkmal gesetzt wird. Neben dem von Lilia Funkner dirigierten Männergesangverein überzeugte das glänzend aufgelegte, von Igor Karassik geleitete Orchester des Mandolinenvereins „Wanderlust“ mit kunstvoll ineinander verwobenen volkstümlichen Melodien. (zwa)

Bilder vom Mundartspektakel

Mundartspektakel in Ellis Saal in Weiterod

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Apel

Kommentare