Frieda und Heinz Muhlack feiern heute ihre Eiserne Hochzeit

Die Liebe hält sie jung

Beim Tanz in Berneburg funkte es: Frieda und Heinz Muhlack wohnten viele Jahre in Nentershausen. Seit 1999 lebt das Paar, das heute Eiserne Hochzeit feiert, in Solz. Foto: Hubele

Solz. Auch nach 65 gemeinsam verbrachten Ehejahren küssen sich Frieda und Heinz Muhlack noch immer, wenn sie sich verabschieden oder abends schlafen gehen. Liebe und Treue haben die beiden altgedienten Eheleute in ihrem Herzen jung gehalten.

Wieviele Ehen nur deswegen geschlossen wurden, weil durch den Nationalsozialismus und den Krieg die Menschen quer durch das ganze Land gewürfelt wurden, lässt sich wohl nie herausfinden. Aber ohne diese Zeit hätten sich Heinz Muhlack, der aus Ostpreußen in der Nähe von Königsberg stammt und Frieda Schaub aus Holzminden nicht beim Tanz in Berneburg kennen und lieben gelernt.

Das erste Kind, Tochter Monika, war bereits unterwegs, als Frieda und Heinz am 17. April 1948 im engsten Kreis der Familie heirateten. Brautkleid und Hochzeitsanzug waren nicht vorhanden, doch zum Standesamt nach Süß fuhren die Brautleute bei schönstem Sonnenschein mit der Kutsche vor.

Heinz Muhlack arbeitete sein ganzes Leben lang schwer – ob er als Hauer im Schacht Wilhelm in der Richelsdorfer Hütte Schwerspat abbaute oder nach seinem Unfall in der Gemeinde Nentershausen. Oft schaffte er selbst nach Feierabend: „Ich hab immer gearbeitet, wenn sich was angeboten hat“, erklärt er.

In Nentershausen kauften sich die beiden Eheleute ein Haus in der Siedlung und wohnten dort lange mit ihren inzwischen vier Kindern Monika, Peter, Andrea und Thomas. Das Haus mit dem großen Garten, in dem allerlei Gemüse und Kartoffeln gezogen wurden, war die Freude der beiden, die ansonsten keinen Urlaub kannten. Schwer fiel besonders Heinz Muhlack der Abschied von Nentershausen, wo er durch seine Tätigkeit als Gemeindearbeiter fast jeden kannte. Denn das Paar zog 1999 nach Solz – die Tochter wohnte nebenan.

Dank dieser glücklichen Fügung können Frieda und Heinz Muhlack immer noch zu Hause wohnen, denn Tochter Andrea versorgt ihre Eltern mit Essen, wäscht und putzt. Die beiden alten Menschen brauchen zwar Hilfe, ergänzen sich auch nach 65 miteinander verbrachten Jahren aber immer noch sehr gut. Weil Heinz Muhlack nicht mehr so gut sehen kann, liest ihm seine Frieda jeden Tag den Sportteil der Zeitung vor. Wenn schönes Wetter ist, mögen beide kurze Ausflüge an der frischen Luft. Einmal in der Woche werden sie von ihrer Tochter nach Nentershausen zum Einkaufen gefahren. Dort treffen sie viele ihrer alten Bekannten.

Ein großes Bild von ihrer grünen Hochzeit besitzen Heinz und Frieda Muhlack nicht, nur ein kleines Schwarz-Weiß-Foto. Gefeiert wird die eiserne Hochzeit zwei Tage später, mit 28 Gästen – das sind mehr, als zu ihrer Hochzeit kamen. Denn inzwischen kamen zu den vier Kindern auch noch zehn Enkel und fünf Urenkel hinzu.

Von Sylvia Hubele

Quelle: HNA

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