Aus Kabul zurück nach Rotenburg

Zum letzten Mal: Stadt heißt Soldaten nach Auslandseinsatz willkommen

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Zeichen der Anerkennung: Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke überreichte Urkunden an die Fernmelder der zweiten Kompanie, mit der die Gemeinde derzeit noch durch eine Patenschaft eng verbunden ist. Fotos (2): Meyer

Rotenburg. Der Abschied von den Soldaten der Alheimer-Kaserne ist eine Trennung auf Raten. Er zieht sich bis zur endgültigen Schließung des Bundeswehrstandorts 2016 in die Länge. Jetzt gab es wieder ein letztes Mal: Im Rathaus empfing die Stadt Rotenburg Soldaten, die im Auslandseinsatz waren.

Nie wieder wird eine Einheit aus der Alheimer-Kaserne von solchen Einsätzen nach Rotenburg zurückkehren.

Dass der Abschied Bürgermeister Christian Grunwald traurig macht, hat er schon oft gesagt. Beim Empfang im Rathaus lobte und würdigte er den Einsatz der Soldaten nicht nur, sondern brachte seine Herzlichkeit ganz unvermittelt zum Ausdruck. Kompaniechef Hauptmann Martin Korthals nahm er in den Arm, nachdem der ihm die Fahne mit dem Rotenburger Stadtwappen zurückgegeben hatte. Sie hatte die Soldaten in den Einsatz begleitet und an die Heimat erinnert.

130 Tage im Einsatz

42 Männer der zweiten Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons waren 130 Tage lang im afghanischen Kabul im Einsatz und kehrten vor gut drei Wochen zurück (wir berichteten). Nur 13 von ihnen kamen zum Empfang ins Rathaus. Fünf weitere Soldaten vertraten die Einheit des Führungsunterstützungsbataillons 286, die bis Mai als Teil des Nato-Einsatzes im Kosovo war.

Fühlen sich in Rotenburg wohl: Die Führungsunterstützer Mike Götte (von links), Christian Küsters, Julian Wagner, Mathias König, Matthias Janssen, Sebastian Hinsche waren bis vor Kurzem in Afghanistan und im Kosovo im Einsatz. Die Stadt hat sie nach ihrer Rückkehr offiziell im Rathaus willkommen geheißen.

Er sei glücklich, dass alle wohlbehalten zurückgekehrt seien, sagte Grunwald und beteuerte: „Sie als Bürger in Uniform sind uns nicht nur nicht egal, sondern ganz besonders wichtig. Kommen Sie gut wieder hier an!“

Als Bürgermeister der Patengemeinde Alheim begrüßte auch Georg Lüdtke die Soldaten der zweiten Kompanie: „Wir sind froh, dass Ihr gesund wieder hier seid.“ Am morgigen Dienstag wird die Gemeinde Alheim diese Verbindung zur zweiten Kompanie ganz offiziell beenden.

Heinz Schlegel sprach für die Stadtverordneten und den Landrat: „Sie haben einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau in diesen Ländern beigetragen.“ Die Landtagsabgeordnete Lena Arnold lobte die Soldaten. Sie stünden für Freiheit und Sicherheit. Auch Vertreter der Edelweißkameraden Sterkelshausen begrüßten die Soldaten in der Heimat.

Oberstleutnant Lando Pietsch, Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons, zeigte sich erleichtert, dass die Soldaten wohlbehalten zurückgekehrt sind. Der Auslandseinsatz seiner Soldaten habe für ihn eine besondere Anspannung während der vergangenen Monate bedeutet. „Wenn am Wochenende das Diensthandy klingelte, ging der Blutdruck hoch“, berichtete Pietsch.

Kompaniechef Korthals erwiderte die ihm und seinen Kameraden entgegengebrachte Herzlichkeit. In Rotenburg hätten sich die Soldaten als Teil der Gesellschaft gefühlt: „Ich habe in meiner 17-jährigen Dienstzeit noch keinen Bereich erlebt, wo Soldaten so herzlich empfangen werden.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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