Historisches Kampfflugzeug aus Rotenburg steht künftig im Fliegerhorst Laage

Die letzte Reise der F 86

Historischer Kampfjet Sabre: Die North American F-86 in der Rotenburger Alheimer-Kaserne wurde abgebaut und zum Fliegerhorst Laage bei Rostock gebracht. Dort steht der Flieger künftig in der militärgeschichtlichen Sammlung des Jagdgeschwaders 73 „Steinhoff“. Stabsfeldwebel Jörg Rösler (links) und Stabsunteroffizier Oliver Pawlisch kamen zum Abbau von Rostock nach Rotenburg. Foto: Steinbach

Rotenburg. Seit 1968 stand das Flugzeug als Anschauungsobjekt in der Rotenburger Alheimer-Kaserne. Jetzt hat der historische Tag-Abfangjäger der Bundeswehr seine letzte Reise zum Fliegerhorst Laage bei Rostock angetreten. Dort wird die F 86 künftig in der militärgeschichtlichen Sammlung des Jagdgeschwaders 73 „Steinhoff“ zu bewundern sein.

Sechs Soldaten und drei Zivilbeschäftigte des Jagdgeschwaders sind nach Rotenburg gekommen, um den Flieger mit der Natobezeichnung „Sabre“ heimzuholen. Denn genau dieses Flugzeug stand bei der Aufstellung des Geschwaders in Oldenburg auf diesem Fliegerhorst und hat somit nicht nur als Flugzeugmuster, sondern auch als ganz konkretes Luftfahrzeug einen Bezug zum Jagdgeschwader 73.

„Die Maschine macht was her“, freut sich Stabsfeldwebel Jörg Rösler, Leiter des Abbaukommandos. Zwar steht auf dem Fliegerhorst an der Ostsee bereits eine F 86. Die ist aber lange nicht so gut erhalten wie das Rotenburger Kampfflugzeug, hat nicht mal mehr ein Fahrwerk. Umso größer ist die Freude im Jagdgeschwader, jetzt die bestens gepflegte Maschine aus der Alheimer-Kaserne zu bekommen.

Rotenburger Soldaten hatten den bisher in einer Fahrzeughalle untergestellten Flieger in zahllosen Arbeitsstunden restauriert. „Da steckt viel Herzblut drin“, sagt Major Björn Seitner, stellvertretender Kommandeur des in der Alheimer-Kaserne stationierten Führungsunterstützungbataillons 286. Seitner und seine Kameraden sind jetzt froh, „dass das Flugzeug in gute Hände geht“.

Die guten Hände sind beim fachgerechten Abbau zu beobachten. Fast liebevoll und mit großem Respekt zerlegen die Spezialisten aus der Instandsetzungs-Elektronik-Staffel das 55 Jahre alte Fluggerät. Die Männer, die ansonsten die 30 Eurofighter des „Steinhoff“-Geschwaders in Schuss halten, kennen sich auch mit der Vorgänger-Technik des modernsten Kampfjets der Nato bestens aus.

In nur zwei Tagen – eine Spätschicht bis 22 Uhr eingeschlossen – ist das historische Flugzeug sorgfältig in seine Einzelteile zerlegt. Die wurden inzwischen auf Lastwagen geladen und nach Laage gebracht. Dort wird die Traditionsmaschine gleich wieder zusammengesetzt. „Wenn man an so was schaffen kann, ist das das Beste, was es gibt“, erklärt Jörg Rösler die Begeisterung der Technik-Spezialisten für die historischen Flugzeuge.

Die letzte Reise der F 86 hat mit der geplanten Schließung der Alheimer-Kaserne zu tun. Wahrscheinlich im Mai 2015 wird die Bundeswehr die Kaserne räumen. Demnächst wird auch der alte Schützenpanzer Marder, der auf dem Kasernengelände ausgestellt ist, in einen Bundeswehr-Standort umziehen, der noch eine Zukunft hat.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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