Verteidigungsministerium lehnte Vorschlag ab

Letzte Hoffnung geplatzt: Keine Ausbildungsstätte in der Kaserne

Rotenburg. Die Alheimer-Kaserne wird keine Ausbildungsstätte für Zeitsoldaten. Damit bleibt die Unterbringung von Flüchtlingen derzeit die einzige Nutzungsoption.

Das Verteidigungsministerium hat den Vorschlag abgelehnt, in Rotenburg die zivile Aus- und Weiterbildung zusammenzuführen. Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel hat Bürgermeister Christian Grunwald und Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich (beide CDU) über die Ablehnung informiert. Der - inzwischen ehemalige - Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hatte Ende April den Vorschlag gemacht, die zivile Aus- und Weiterbildung (ZAW) in Rotenburg zu bündeln.

Nach einer Prüfung kommt das Ministerium zum Schluss, dass „wichtige qualifizierungsrelevante Gegebenheiten und Voraussetzungen“ für die ZAW in Rotenburg nicht vorliegen. Um Soldaten in Zivilberufen ausbilden zu können, werden zum Beispiel je nach Berufsanforderung Werkstätten oder andere Einrichtungen benötigt, die es in der Kaserne bislang nicht gibt.

Dass die Bundeswehr dafür offenbar nichts investieren will, kritisiert Bürgermeister Grunwald: „Das ist eine putzige Ersatzargumentation, mit dem Geldausgeben kennt sich die Bundeswehr doch bestens aus“, sagt er mit Blick auf die 40 Millionen Euro, die in die Sanierung gesteckt wurden, ehe die Truppe nun abrückt.

Auch Heiderich zeigt sich enttäuscht: „Wir haben gehofft, dass doch noch etwas passiert. Dass die letzte Chance weg ist, ist sehr schade.“

Beide fordern, dass das Verteidigungsministerium die Kaserne schnellstens verbindlich für April 2016 freigibt, damit sie das Land als Erstaufnahmeeinrichtung nutzen kann. „Die Kaserne wäre aufgrund des guten Zustands sehr geeignet, Menschen unterzubringen, die in unserem Land Schutz suchen“, erklärt die Sprecherin des hessischen Sozialministeriums, Esther Walter.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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