Erholungsstätte an der Ostsee: Junge sah das Tier beim Spielen

Rotenburger findet toten Schweinswal am Strand

Fund am Strand: Leon Gonnermann (mit Schuhen) zeigt auf den toten Schweinswal. Oliver Weber und seine Kinder Johanna und Oskar, von links, begleiteten den Jungen zu seinem Fund. Foto: Braesch

Rotenburg/Meeschendorf. Er wollte nur am Strand von Fehmarn im Sand spielen, doch dann machte er eine grausige Entdeckung: Der elfjährige Rotenburger Leon Gonnermann fand einen toten Schweinswal.

Der Junge, der mit seinen Eltern Urlaub in der Erholungsstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, in Meeschendorf an der Ostsee macht, läuft daraufhin mit seinen Freunden zu den Rettungsschwimmern in der etwa 250 Meter entfernten DLRG-Station (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft).

Leon Gonnermann und seine Freunde dachten zunächst, sie hätte eine Robbe gefunden. Oliver Weber, der mit seinem Vater Bernd Weber und seinem Bruder Patrick Weber auf der Wache war, begleitete die Kinder. „Die Kinder standen vor mir und haben gesagt sie hätten etwas gefunden“, sagt der Rotenburger, der vier Wochen in Meeschendorf stationiert ist. An der Fundstelle zog er das tote Tier mit Handschuhen aus der Brandung. Behelfsmäßig wurde die Stelle abgesperrt. Er informierte seine Kollegen und den Seehundjäger Wolf-Dieter Weßlin. „Seehundjäger kümmern sich um den Abtransport und die Untersuchung der Tiere“, erklärt das Mitglied der DLRG.

Nachdem Weßlin den zwei Meter lange weiblichen Schweinswal begutachtet hatte, schätzt er, dass das Tier maximal seit zwei Tagen tot ist. Es hätte sich in der Säuge befunden und müsste ein Baby haben, erklärt der Seehundjäger. Weßlin vermutet, dass der Schweinswal 50 bis 60 Kilogramm wiegt. Er geht davon aus, dass das Tier sich in einem Schleppnetz verfangen hat und ertrunken ist. „Das Tier hat an der Seite Abdrücke eines Netzes gehabt“, erzählt Weber. Schweinswale seien Säugetiere und müssten an die Wasseroberfläche kommen, um zu atmen, erklärt er. Doch um die Todesursache des Schweinswals zu klären, wurde es zur Obduktion nach Husum gebracht.

„Ich bin seit 20 Jahren in den Sommerferien in Meeschendorf, so etwas ist noch nie passiert“, sagt der Rotenburger. Schweinswale würden normalerweise an der Nordsee leben, erklärt er. Dieser habe sich wahrscheinlich in die Ostsee verirrt. (red/mad)

Quelle: HNA

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