Leidenschaft für Vielflieger: Wildecker Imker feiern Jubiläum

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Das Imkern lernen im Probe-Kurs: Unser Foto zeigt von links Erwin Hoschka, die achtjährige Lena Stückrath, Elfriede Horber und Annika Lang. Der Vater und der Opa der Achtjährigen nehmen an dem Kurs des Wildecker Imker-Vereins teil. Auch ihre Neugier ist offensichtlich schon geweckt.

Wildeck. Der Wildecker Imker-Verein feiert am Sonntag Jubiläum. Seit 25 Jahren betreibt er seinen Lehrbienenstand - eine Erfolgsgeschichte.

Man muss schon den Kopf einziehen, wenn man an Gunther Kochs Haus in Bosserode vorbeigeht. Denn da ragt ein dicker Zweig eines Mirabellen-Baumes auf den Bürgersteig. „Den darf ich nicht wegmachen, sonst sind mir die Bosseröder böse“, erzählt der Vorsitzende des Imker-Vereins Blumenstein Wildeck und lacht. Denn jeder, der vorbeikommt, darf von den süßen Früchtchen naschen.

Es ist kein Zufall, dass der Baum so voller Früchte hängt. In Kochs Garten sind 16 Bienenvölker zu Hause. Ein Volk besteht im Sommer aus bis zu 60 000 Tieren, im Winter sind es etwa 30 000. Die Vielflieger bestäuben und befruchten, was das Zeug hält.

Verein wird 85 Jahre alt

Koch und seine Mitstreiter aus dem Verein haben einfach Spaß an ihrem ungewöhnlichen Hobby, und diese Begeisterung wollen sie weitergeben. Eines ihrer wichtigsten Projekte ist der Bau des Lehrbienenstands vor 25 Jahren. Dieses Jubiläum will der Verein mit allen Interessierten am Sonntag, 28. August, feiern. Außerdem wird der Verein in diesem Jahr 85 Jahre alt. Das Fest beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst am Lehrbienenstand oberhalb von Bosserode.

An die Zeit vor 25 Jahren erinnert sich Koch noch genau. „Es gab auch Skeptiker damals.“ Wer soll die Anlage denn unterhalten? Das war nur eine der kritischen Fragen. Dank des enormen Einsatzes der Bienenfreunde entwickelte sich der Lehrstand aber schnell zu einer Erfolgsgeschichte. 200 Monatsversammlungen haben die Imker dort abgehalten, 25 Sommerfeste gefeiert und viele Jungimker ausgebildet. Auch Wanderer anderer Gruppen dürfen die Hütte zum Rasten nutzen.

Preise für Nachwuchsarbeit

Für seine Nachwuchsförderung hat der Verein schon Preise eingeheimst. Er geht dabei verschiedene Wege und war in diesem Jahr besonders erfolgreich. Die Teilnehmer beim Probe-Imkern mussten nicht Mitglied im Verein werden, jeder der 18 Teilnehmer zwischen 30 und 70 Jahren aus dem ganzen Kreisgebiet bekam einen Ableger eines Bienenvolkes, den er betreuen durfte. „Wer im Herbst keine Lust mehr hat, kann ohne Geld ausgegeben zu haben gehen. Wer weitermachen will, kann seinen Ableger kaufen und mitnehmen.“ Der Verein betreut die Neu-Imker auch in den Folgejahren.

„Die Betreuung des Nachwuchses bedeutet schon einen Kraftakt für uns. Aber nur, wer sich so intensiv um Nachwuchs bemüht, hat auch Erfolg“, sagt Koch, der seit 26 Jahren Vorsitzender ist. Das erstaunliche Ergebnis der Bemühungen: Anfang des Jahres hatte der Verein 50 Mitglieder, Ende des Jahres werden es 60 sein. Auch im kommenden Jahr will der Verein wieder einen Grundkurs für Neueinsteiger anbieten.

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Von René Dupont

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