Lehrervertretung empört: 300 Stellen weniger für Grundschulen und Oberstufen

Johannes Batton

Hersfeld-Rotenburg. Zum Protest gegen „die klammheimliche Kürzung von 300 Lehrerstellen" in Hessen ruft die Vertretung der Lehrer in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner, der Gesamtpersonalrat der Lehrer (GPRLL) beim Schulamt, auf.

Neben Kürzungen bei den Grundschulen sind vor allem massive Einschnitte in der gymnasialen Oberstufe geplant. Das geht aus einem Erlass zur Lehrer-Zuweisung für das Schuljahr 2015/16 hervor, teilt Johannes Batton vom GPRLL mit. Die Folgen seien eine Erhöhung der Kursgrößen in den gymnasialen Oberstufen und Einschränkungen des Kursangebots.

„Kleine Oberstufen werden in ihrer Existenz gefährdet“, befürchtet Batton. Auch würden zusätzliche Fördermaßnahmen auf der Strecke bleiben, die viele Schüler für eine erfolgreiche Bewältigung der Oberstufe brauchten. 160 Lehrerstellen sollten hier eingespart werden..

Auch an Grundschulen sollten 140 Stellen gespart werden, indem bisher vorgesehene zwei Stunden pro Klasse für besondere Fördermaßnahmen zusammengestrichen würden, kritisiert der GPRLL. Dies sei fatal, weil die Stunden von den Grundschulen benötigt würden, um schnell und flexibel auf den Unterstützungsbedarf einzelner Kinder eingehen und Lernschwierigkeiten vorbeugen zu können. Begründet werden beide Spar-Maßnahmen mit dem Bedarf an zusätzlichen Stellen für Ganztagsangebote, für inklusive Beschulung, Deutschförderung und anderes mehr.

Der GPRLL ist darüber empört, dass Defizite in der Zuweisung für Inklusion durch Verschlechterung der Bedingungen in anderen Bereichen bezahlt werden sollten. Die Lehrervertretung hofft auf Proteste der Schulen und fordert:

• keine Kürzung der Stunden in der Oberstufe oder den Grundschulen

• Neue Angebote müssen durch Neueinstellungen (und Stellenausweitungen) abgedeckt werden.

• Fehlende Lehrerstunden, etwa für Inklusion, dürfen nicht durch Verschlechterung in anderen Bereichen bezahlt werden.

• Kein Bildungsbereich darf gegen einen anderen ausgespielt werden.

Auch die Landesschülervertretung protestiert gegen die geplante Streichung von Lehrerstellen in Oberstufe und Grundschule. Sie hat eine Onlinepetition gestartet und ruft zur Unterstützung auf.

Quelle: HNA

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